Ein Geschenk sollte Wallach Hidalgo sein. Doch mit dem Pferd wurden Anita D. und ihr Mann nicht glücklich. fkn

Gerichtsprozess

Streit um Wallach Hidalgo

  • schließen

Das Pferd Hidalgo sollte den Traum eines österreichischen Ehepaares erfüllen. Doch so friedlich wie von der Verkäuferin beschrieben war der Wallach nicht. Nun musste ein Gericht den Streit um das verhaltensgestörte Tier klären.

München/Haag – Wunderschön sah er aus. Dunkelbraunes Fell, tolle Zeichnung. Dazu Augen, die liebevoll zu Anita D. und ihrem Mann blickten. Der Frau war schnell klar: Das ist unser Pferd. Mit dem Kauf von Hidalgo sollte sich ein Traum für ihren Mann erfüllen – doch es wurde ein Albtraum, der gestern vor dem Münchner Oberlandesgericht endete. Hidalgo geht nun zurück zur Vorbesitzerin – und entgeht somit dem Tod.

Nachdem Anita D. und ihr Mann den Wallach bei der Händlerin in Haag in Oberbayern im September 2014 gekauft hatten, ging es mit dem neun Jahre alten Tier ins heimische Mühlheim am Inn in Österreich. Doch kaum am Hof angekommen, benahm sich das Tier merkwürdig. „Er schlug aus, war total unruhig.“ Immer wieder sei er ausgeflippt, habe gebissen, sei nicht reitbar gewesen. „Er ist total unberechenbar“, erinnert sich Anita D. vor Gericht. Ein gebrochener Finger, Prellungen und Verletzungen – Hidalgo verletzte seine Besitzer regelmäßig. Dabei war er im Kaufvertrag als „streckensicher, schmiedefromm“ beschrieben worden.

Doch die Wirklichkeit war anders: „Wir konnten Hidalgo nicht reiten. Das war lebensgefährlich!“ Und für Rückfragen stand die Verkäuferin nicht mehr zur Verfügung. Nachdem das Paar von ihr nichts hörte und ein Tierarzt Hidalgo neben einer Verhaltensstörung eine Rückenkrankheit bescheinigt hatte, zog das Paar vor Gericht. Ziel: Rückgabe des Pferds, Erstattung des Kaufpreises.

Die Verkäuferin weigerte sich. Während die Familie drei Jahre lang juristisch kämpfte, blieb Hidalgo einsam auf der Koppel. „Wir hatten nichts von dem Pferd“, sagte Anita D. Die Verkäuferin des Pferdes war nach einem Landesgerichtsurteil in Traunstein, dem zufolge sie den Kaufpreis von 6150 Euro erstatten hätte sollen, in Berufung gegangen.

Gestern einigten sich beide Parteien doch: Hidalgo geht zurück - wenn auch nur kurz. „Ich habe bereits einen neuen Käufer“, sagte die Verkäuferin stolz. Die D.s erhalten 7000 Euro für Hidalgo und ihre Ausgaben. Für Anita D. und ihren Mann endete damit eine lange Leidensgeschichte mit dem Tier. Zurück bleiben Wut, aber auch Erleichterung. Und Hidalgo darf weiterleben. Anita D.: „Hätten wir verloren, hätten wir ihn einschläfern lassen.“

Meistgelesene Artikel

Ermittlungen nach Todes-Schuss in Nittenau: So kryptisch äußert sich die Polizei
Zwei Männer fahren mit dem Auto über die B16 aufs Land. Plötzlich platzt eine Scheibe. Der Beifahrer sackt in sich zusammen - und ist tot. Die Kripo hat sich nun eher …
Ermittlungen nach Todes-Schuss in Nittenau: So kryptisch äußert sich die Polizei
Nürnberg: Mann stirbt nach Messebesuch - Polizei nimmt Sicherheitsdienst ins Visier 
Nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung mit Securitys ist in Nürnberg ein 51-Jähriger gestorben. Die Polizei ermittelt jetzt gegen Beschäftigte des …
Nürnberg: Mann stirbt nach Messebesuch - Polizei nimmt Sicherheitsdienst ins Visier 
Unfall in Volsbach: 31-Jähriger prallt gegen Baum
Ein 31-Jähriger ist in der Nacht zum Mittwoch mit seinem Auto gegen einen Baum geprallt und lebensgefährlich verletzt worden.
Unfall in Volsbach: 31-Jähriger prallt gegen Baum
Zu schnell unterwegs: BMW-Fahrer überschlägt sich und landet in Maisfeld
Wohl weil er zu schnell unterwegs war, ist ein BMW-Fahrer von der Straße abgekommen und nach mehreren Überschlägen unsanft in einem Maisfeld gelandet.
Zu schnell unterwegs: BMW-Fahrer überschlägt sich und landet in Maisfeld

Kommentare