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Wildfütterung

Streit um Wildfütterung im Winter

München - Die Freien Wähler werfen den Staatsforsten vor, Wildtiere nicht ausreichend mit Fressen zu versorgen – obwohl das Gesetz dies vorschreibt.

Kniehoch liegt der Schnee in vielen Ecken Bayerns: Das Wild hat es schwer, durch die weiße Pracht zu stapfen. Und dann werden die Tiere nicht einmal ausreichend vom Menschen versorgt – das findet zumindest Hubert Aiwanger, Chef der Freien Wähler. Er wirft den Bayerischen Staatsforsten vor, in vielen Revieren trotz „offensichtlicher Notzeit“ das Wild nicht zu füttern.

„Notzeit“: Das ist die Bedingung, für die das Bayerische Jagdgesetz im Artikel 43 eine „angemessene Fütterung“ von Wild vorschreibt. Der private Revierinhaber oder die Staatsforsten müssen entsprechende Fütterungsanlagen unterhalten. „Die ,Notzeit‘ ist ein wachsweicher Begriff“, sagt Martin Hecht, Sprecher des Forstministeriums, dem die Staatsforsten untergeordnet sind. In der Regel werde die Fütterung vor Ort angewiesen. Dass Wild vernachlässigt werde, sei dem Ministerium nicht bekannt.

Warnung: Spaziergänger sollen Wild nicht füttern

Das sieht Aiwanger anders. Aus vielen Teilen Bayerns, so sagt er, verzeichnet er Beschwerden aus der Bevölkerung – vor allem aus der Oberpfalz. Ein Jäger, der anonym bleiben möchte, berichtet zwar beispielsweise für den Bereich Schliersee, dass es keinerlei Probleme mit der Wildfütterung gebe, wohl aber um Garmisch-Partenkirchen einige Futterstellen aufgegeben worden seien. Aus den Meldungen, so Aiwanger, gehe eindeutig hervor, dass in Staatsjagdrevieren das Wild nicht gefüttert werde, obwohl der Schnee eine natürliche Äsung fast unmöglich mache. Die Staatsjagdreviere seien vielfach nicht in der Lage, das Wild mit Futter zu versorgen, da sie das Personal hierfür gar nicht haben. Dadurch, so der Nebenerwerbslandwirt und Jäger, würden vermehrt Verbissschäden verursacht. Eine „Teufelsspirale“, sagt Aiwanger. Denn dann würden wieder höhere Abschussquoten gefordert. Er wirft den Staatsforsten vor, das Verhungern der Tiere zynisch in Kauf zu nehmen. Michael Lechner, Vize-Vorsitzender des ökologischen Jagdverbandes, empfiehlt Aiwanger, die Entscheidung über Fütterung den Verantwortlichen vor Ort zu überlassen: „Die wissen am besten, was nötig ist.“ Grundsätzlich sei ein artenreicher Wald die beste Grundlage für das Wild – „dann finden die Tiere auch im Winter genügend Futter“, sagt der Miesbacher.

Der Bayerische Jagdverband warnt Spaziergänger indes davor, aus Mitleid Wildtiere zu füttern. Damit könnten sie mehr schaden als helfen, sagte Präsident Jürgen Vocke.

Von Carina Lechner

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