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Schwindelfrei sollte man für die Fahrgeschäfte auf dem Dachauer Volksfest sein. Am Wochenende werden in vielen bayerischen Städten wieder die Bierzelte aufgesperrt.

Von Dorfen bis Garmisch

Strengere Sicherheitsmaßnahmen auf Bayerns Volksfesten

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Am Wochenende heißt es in vielen bayerischen Städten wieder: O’zapft is! Doch wie bei der Münchner Wiesn gelten auch bei vielen kleineren Volksfesten verschärfte Sicherheitsmaßnahmen. Auf die Besucher warten Zäune und Poller – und mancherorts muss sogar das Trachtenmesser zu Hause bleiben.

München – Ab dem morgigen Samstag dreht es sich wieder, das Riesenrad an der Dachauer Thoma-Wiese. 300.000 Besucher, 73 Schausteller und eine Wiesn-Mass für 5,80 Euro. Während die Organisatoren beim Bierpreis traditionell auf maximale Distanz zum Münchner Oktoberfest gehen – dort kostet die Mass heuer knappe elf Euro –, gibt es beim Sicherheitskonzept doch einige Parallelen.

Keine Hirschfänger erlaubt

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Stadt als Reaktion auf die Terror-Anschläge in Deutschland Einlasskontrollen eingeführt. Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes werfen seitdem an den verschiedenen Zugängen zum Volksfestplatz einen Blick in die Taschen der Volksfestbesucher. In diesem Jahr gibt es eine weitere Einschränkung, die vor allem die Trachtler betrifft: Heuer müssen auch Hirschfänger und andere Messer zu Hause bleiben.

„Angesichts der zunehmenden Angriffe mit niedrigschwelligen Tatwaffen wie zum Beispiel Messern, sieht sich die Stadt leider zu dieser Maßnahme gezwungen“, teilte Dachaus Oberbürgermeister Florian Hartmann vor Kurzem mit. Die Stadt bedaure die Einschränkung, bittet aber alle Trachtler und Brauchtumsvereine um Verständnis.

Beim Dachauer Volksfestreferenten Robert Gasteiger schlagen in dieser Angelegenheit zwei Herzen in der Brust – denn er ist auch Schriftführer beim Trachtenverein „D’Ampertaler“. „Einerseits ist es traurig, dass man darauf verzichtet“, sagte er unserer Zeitung, „denn so kann man nicht mit dem eigenen Besteck Brotzeit machen.“ Andererseits sei das Verbot nachvollziehbar. „Aufs Oktoberfest darf man den Hirschfänger ja auch nicht mitnehmen.“ Sicherheit geht eben vor.

In vielen Städten beginnen die Volksfeste

Nicht nur das Dachauer Volksfest beginnt am Wochenende. Auch das große Gäubodenfest in Straubing steht an, das Dorfener Volksfest, die Festwoche in Garmisch-Partenkirchen oder das Volksfest in Ebersberg. Und auch dort wurden teilweise die Sicherheitskonzepte überarbeitet. In Ebersberg zum Beispiel wird das Volksfestgelände in diesem Jahr zum ersten Mal umzäunt sein. „Das ist für uns ein großer Aufwand, aber wir müssen es machen“, sagt Festwirt Martin Lohmeyer. Nur so könnten die Besucher zu einem zentralen Eingang geführt werden, an dem die Taschenkontrollen durchgeführt werden. Hirschfänger sind nicht wie in Dachau explizit verboten. Aber den Besuchern müsse klar sein, dass man mit einer Riesenklinge nicht auf das Gelände komme. „Wir haben zwar in den letzten Jahren nicht einmal die Polizei gebraucht“, sagt Lohmeyer – aber die Stadt wolle sich eben absichern.

Beim Gäubodenfest in Straubing, mit jährlich 1,4 Millionen Besuchern eines der größten Volksfeste im Freistaat, verzichten die Organisatoren auf einen Zaun. Allerdings werden an mehreren Zufahrten Betonteile aufgestellt, die verhindern sollen, dass ein Lastwagen in die Menge fahren kann. Auch in Ebersberg und Dachau werden Betonpoller und Zufahrtsverengungen installiert. Damit die Volksfest-Gaudi auch eine Gaudi bleibt.

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