Er wollte sich das Taxi sparen

Student muss für Mitfahrt im Polizeiauto zahlen

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München/Bad Aibling – Nach einer Feier möchte ein Student (19) aus Bad Aibling Geld sparen und geht zu Fuß heim. Die Polizei greift den jungen Mann auf, bringt ihn heim - und fordert 53 Euro für die Fahrt.

Erik K. (Name geändert), 19 Jahre junger Jura-Student, wollte sich eigentlich nur das Taxi sparen. Deshalb machte er sich in einer Dezember-Nacht zu Fuß auf den Weg von Bruckmühl heim nach Bad Aibling (beides Landkreis Rosenheim). Der rund drei Kilometer lange Fußmarsch blieb ihm am Ende erspart, weil ihn zwei Beamte im Polizeiwagen gen Heimat chauffierten.

Für diese Fahrt schickte ihm die Polizei jedoch anschließend einen Kostenbescheid über 53 Euro. Weil der Student nicht einsah, diesen Bescheid zu begleichen, klagte er vor dem Verwaltungsgericht in München.

Die vermeintliche Gratis-Fahrt ereignete sich Ende vorigen Jahres, zwei Tage vor Weihnachten, als ein Freund von Erik K. in Bruckmühl seinen Geburtstag feierte. Nach der Party beschloss K., der eigenen Angaben zufolge „ein paar Bierchen“ getrunken hatte, die Strecke nach Hause zu gehen, um sich das Taxi-Geld zu sparen. Also marschierte er am Straßenrand entlang durch die kalte Winternacht.

Doch gegen 2.15 Uhr, hinter dem sogenannten Texas-Kreisel, hielt plötzlich ein Polizeiauto neben ihm. Zwei Autofahrer hatten die Beamten angerufen und berichtet, dass ein Mann die Straße entlang torkle. Die Polizisten fragten Erik K., was er dort mache. Es sei gefährlich, nachts an der Straße entlang zu gehen. Dann sollen sie gesagt haben: „Wir fahren Sie heim.“ K. stieg ein.

Als aber ein paar Tage später die Rechnung über 53 Euro im Briefkasten lag, ärgerte sich Erik K.: „Da hätte ich gleich ein Taxi bestellen können“, sagte er vor Gericht. Wenn er gewusst hätte, wie viel ihn die Fahrt kostet, wäre er nicht mitgefahren. Laut Polizei habe er gelallt und sei selbstgefährdend gewesen. Doch das bestritt K.: „Ich war Herr meiner Sinne!“ Er habe nur gezittert und gebibbert, weil er so gefroren habe. Die Polizei habe keinen Alkoholtest gemacht.

Doch vor Gericht half dem Jura-Studenten alles Argumentieren nichts. Das Verwaltungsgericht riet ihm, die Klage zurückzunehmen – er habe keine Chance, den Prozess zu gewinnen. Erik K. folgte der Empfehlung – sonst wäre ihn die nächtliche Heimfahrt im Polizeiwagen noch wesentlich teurer als 53 Euro gekommen.

Nina Gut

Rubriklistenbild: © dpa

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