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Auch in der Würzburger Innenstadt haben Studenten protestiert.

Hörsaalbesetzungen dauern an - Tausende protestieren

München/Nürnberg/Augsburg - Die bayernweiten Studentenproteste sind am Mittwoch an fast allen Hochschulstandorten mit Hörsaalbesetzungen fortgeführt worden.

In München hatten an einem Abendplenum rund 900 Studierende bis Mitternacht im Audimax ausgeharrt, in Augsburg hielten rund 60 Studierende die ganze Nacht über den größten Hörsaal besetzt. Auch in Passau, Erlangen, Nürnberg, Würzburg und Coburg blockierten Studenten Hörsäle und versammelten sich zu Protestkundgebungen. Insgesamt beteiligten sich mehrere Tausend Studierende an den Aktionen.

Bilder vom Demonstrationszug in München

"Studieren ohne Studiengebühren" - Bilder der Proteste in München

Zentrale Punkte der studentischen Forderungen sind die Abschaffung der Studiengebühren, mehr direkte Mitsprache bei Lehrplänen und den Finanzen der Hochschulen, die Verbesserung der Austauschbarkeit mit internationalen Universitäten und mehr Studienplätze für die Master- Studiengänge. “Wir wollen wegen fehlender Plätze nicht zum Bachelor- Abschluss gezwungen werden“, sagte Kristofer Herwerf, Sprecher der protestierenden Studenten in München.

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Studentenproteste in Bayern

Die Universitätsleitungen in Augsburg, München und Passau zeigten Verständnis für die Proteste an den Hochschulen. “Auch einige Professoren haben Schwierigkeiten bei der Umsetzung der Reformen“, sagte ein Uni-Sprecher in Augsburg. Die Universitätsleitung stelle sich darauf ein, dass die Proteste bis zum Wochenende dauern werden. Ein Einschreiten gegen die Besetzer sei weder in München noch in Augsburg vorgesehen. Beide Seiten wollen versuchen, durch Gespräche zu Lösungen zu kommen.

In München dringen die Studenten auf eine Konferenz mit Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP). Dafür werde von dem täglichen Abendplenum ein Positionspapier erarbeitet. Heubisch hat unterdessen bekräftigt, Bayern werde an den Studiengebühren festhalten. In einem Interview mit der “Süddeutschen Zeitung“ (Mittwoch) verwies er auf die Zuständigkeit der Hochschulen für Verbesserungen bei den Studiengängen. Für eine Verbesserung der finanziellen Situation der Universitäten woll er sich im Kabinett einsetzen.

An den fränkischen Hochschulen in Erlangen, Nürnberg, Würzburg und Coburg hielten die Studenten das jeweilige Audimax oder andere große Hörsäle besetzt. “Das bekommt momentan eine Eigendynamik, das hätten wir nicht gedacht“, schilderte Christian Weis vom Sprecherrat der Universität Erlangen-Nürnberg. “Geplant ist die Besetzung bis Freitag, aber die Stimmen werden immer lauter, das open end zu machen, bis die Forderungen erfüllt sind.“

Der Bildungsstreik soll mit anderen Formen fortgesetzt werden. “Jetzt planen wir eine Aktionswoche mit Vorträgen, Diskussionen und einem Film zum Thema“, schilderte etwa Christian Rein vom Asta der Uni Bayreuth. In mehreren anderen Hochschulen wollten die Studenten einen Forderungskatalog an die Staatsregierung beschließen, der auf die spezifischen Probleme der jeweiligen Bildungseinrichtung eingeht.

In Passau forderten die Studierenden den Uni-Präsidenten auf, konkrete Maßnahmen zu benennen, die von der Uni umgesetzt würden. “Wenn klar erkennbar wird, dass die Universität bereit ist auf Forderungen mit konkreten Verbesserungsvorschlägen einzugehen, ist eine Räumung des Audimax denkbar“, hieß es vom Passauer Bildungsstreikbündnis. Heubisch soll nach Passau eingeladen werden, um die Situation gemeinsam mit den Studierenden zu erörtern.

dpa

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