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Es bleibt eng: Studenten in einem Hörsaal der Technischen Universität München.

Studentenzahl: von Rekord zu Rekord

München - Bilanz nach dem doppelten Abiturjahrgang: Nie gab es so viele Studenten in Bayern wie heute: Rund 320.000 Studierende sind an den Universitäten und Hochschulen eingeschrieben – und es werden noch mehr.

Die Daten sind bekannt: 3000 Stellen für zusätzliches Unipersonal, 130.000 Quadratmeter neue Räume – das reichte nach Angaben des Wissenschaftsministeriums aus, um im vergangenen Jahr 38 000 neue Studienplätze zu schaffen, und den sogenannten doppelten Abiturjahrgang abzufedern. Ob das nun „hervorragend“ gelungen ist, wie Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) bei einer Bilanz-Pressekonferenz am Montag in München meinte, oder sich der Minister da der „Schönfärberei“ schuldig macht, wie SPD-Hochschulexpertin Isabell Zacharias sagte, ist wohl Ansichtssache. Unumstritten unter den Hochschulpolitikerin ist indes, dass Bayern auch in den nächsten Jahren mit hohen Studentenzahlen rechnen muss.

-Zunächst die Fakten für 2011: Fast 86.000 Schulabgänger begannen im Sommer- oder Wintersemester ihr Studium. Im Jahr zuvor waren es nur 65 000. Ursachen für die starke Zunahme sind das Doppel-Abi sowie die Aussetzung der Wehrpflicht. Insgesamt gab es in Bayern im Wintersemester 2011/12 rund 320.000 Studenten.

-Die Zahl der Erstsemester-Studenten wird in den nächsten Semestern nur leicht zurückgehen. Die Gründe sind vielfältig, sagte der Bamberger Uni-Präsident Godehard Ruppert, der auch den Verein „Universität Bayern e.V.“ leitet. Zum einen macht in diesem Jahr in Baden-Württemberg ein doppelter Jahrgang (G 8 und G 9) Abitur – „und natürlich werden einige zum Studium nach Bayern kommen“, wie Heubisch sagte. Zum zweiten haben auch längst nicht alle der gut 68 000 Absolventen des bayerischen Doppel-Abiturjahrgangs schon mit dem Studium begonnen. Viele werden sich, etwa nach einem freiwilligen sozialen Jahr, erst später einschreiben.

Fast unverändert hohe Anfängerzahlen und gleichzeitig zahlenmäßig geringere Jahrgänge, die die Uni mit einem Abschluss verlassen – das läuft auf weitere Rekordzahlen 2012 und vielleicht auch 2013 hinaus. Dann gibt es einen doppelten Abiturjahrgang in Nordrhein-Westfalen, und auch von dort werden einige Studienanfänger gen Bayern aufbrechen.

Auch auf die bayerischen Studentenwerke kommen damit neue Belastungen zu. Dabei hatten diese schon bei der Bewältigung der Bafög-Anträge im vergangenen Jahr große Probleme. Die Wartezeit bis zur Auszahlung des Bafögs schnellte von vier auf acht Wochen hinauf, sagte die Sprecherin der Studentenwerke, Doris Schneider. Auch die Wartezeit bei den Wohnheimplätzen hält an – die Studentenwerke sind schon stolz darauf, dass sie angesichts der vielen Neu-Studenten zuletzt konstant gehalten werden konnte.

Angesichts der Zahlen will Heubisch die Zahl der Studienplätze an den neun bayerischen Universitäten und 17 Hochschulen ausbauen. Zunächst wird es 400 Stellen für Unipersonal geben, das reicht laut Heubisch für 5000 zusätzliche Studienplätze. Noch einmal dieselbe Zahl soll im Doppelhaushalt 2013/14 verankert werden. Den Grünen reicht das nicht: Sie fordern statt 10 000 gleich 30 000 Stellen bis 2020.

Ob die neuen Stellen „halbe-halbe“ auf Unis und Hochschulen verteilt werden, ist offen. Bei dem Ausbauprogramm zum Doppel-Abi war das der Fall, obwohl an den Fachhochschulen nur jeder dritte Student eingeschrieben ist.

Dirk Walter

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