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2011 machen zwei Jahrgänge ihr Abitur: Dann könnte es an den Unis eng werden.

Studie: 2011 wird’s an den Unis eng

München - Gut, aber nicht gut genug: Der Freistaat muss nach einer neuen Berechnung nachbessern, wenn 2011 der doppelte Abiturjahrgang an die Unis strebt. Es fehlen tausende Studienplätze.

Die Zahlen, die der damalige Wissenschaftsminister Thomas Goppel 2007 vortrug, klangen beeindruckend: In einem Programm „Zukunft Bayern 2020“ wappne sich der Freistaat für die Zeit ab 2011, wenn der erste G 8- und der letzte G 9-Jahrgang das Gymnasium verlassen – die G 9’ler im April, die G 8’ler etwas später im Mai. 335 Millionen Euro für 3000 neue Hochschullehrer und 38 000 neue Studienplätze sind darin eingeplant.

Doch nach der Modellrechnung des Gütersloher Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) reicht das nicht. 2011 sei mit einem Spitzenwert von über 73 000 Studienanfängern zu rechnen, betonte Thimo von Stuckrad vom CHE. Das seien 2400 Studenten mehr als in den Prognosen der Staatsregierung berücksichtigt.

Allerdings ist auch das nur eine konservative Schätzung. Je nachdem, wie hoch der Wanderungsgewinn von Studenten aus anderen Bundesländern sowie aus dem Ausland veranschlagt wird, könnten es auch bis zu 10 000 zusätzlich erforderliche Studienanfänger-Plätze sein. Exakt 10 000 zusätzliche Plätze sind auch in der Koalitionsvereinbarung vorgesehen, allerdings mit dem entscheidenden Zusatz: „bei Finanzierbarkeit“. Strittig ist, wann die Unis die Plätze benötigen. „Ab 2013“, heißt es im Wissenschaftsministerium. Schon 2011, und zwar speziell für Studienanfänger, betont Werner Honal, der Vorsitzende der Philologenverbands-Stiftung „Gymnasium, Studium und Beruf“, die die Modellrechnung in Auftrag gegeben hat. Honal spricht von einer „Herausforderung für den Landtag“. Dass viele bayerische Studenten in andere Bundesländer abwandern, ist nicht zu erwarten – das Gros der Studienanfänger bleibt in Bayern.

Sollten nicht mehr Plätze bereit gestellt werden, seien Verdrängungstendenzen zu befürchten, warnt das CHE. Bis zu 30 Prozent der Studienanfänger müssten ihren Studienbeginn notgedrungen verschieben. Auch bei der Akzentsetzung an den Unis sieht das CHE Nachholbedarf. Der Schwerpunkt bei den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Natur- und Ingenieurwissenschaften) sei „tendenziell zu stark“ – über die Hälfte der freigeschlagenen Mittel sollen in diese Fächergruppe fließen. Wirtschafts- und Rechtswissenschaften, aber auch Sprach- und Kulturfächer seien unterfinanziert.

Trotz aller Makel: Als von Stuckrad die Berechnungen vergangenen Freitag im kleinen Kreis vorstellte, sollen die Abgesandten von Kultus- und Wissenschaftsministerium durchgeatmet haben. Ganz falsch liege man mit den Berechnungen also nicht, hieß es unisono. Der Freistaat stehe im Vergleich mit anderen Bundesländern „sehr gut da“, betont auch Philologenchef Max Schmidt. Allerdings mahnt er Verbesserungen an: Neben der Zahl der Studienplätze müsse auch ein „leicht handhabbares“ Informationssystem über freie Studienplätze aufgebaut werden.

von Dirk Walter

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