Deutlich unterm Bundesschnitt

Studie: In Bayern leben die wenigsten armen Kinder

München - In Bayern leben die wenigsten Kinder mit Eltern, die Hartz-IV beziehen: Mit einer Quote von 6,8 Prozent liegt der Freistaat deutlich unter dem Bundesschnitt von 14,7 Prozent.

In Bayern leben im bundesweiten Vergleich die wenigsten Kinder in Armut. Zwar stieg die Zahl der unter 18-Jährigen, deren Eltern Hartz-IV-Leistungen erhalten, von 2011 bis 2015 um 7200 auf 141 256 an. Der Freistaat liegt aber mit einer Quote von 6,8 Prozent (2011: 6,4 Prozent) noch immer deutlich unter dem Bundesschnitt von 14,7 Prozent (2011: 14,3 Prozent). Dies geht aus einer aktuellen Berechnung der Bertelsmann Stiftung hervor. Bei genauerer Betrachtung zeigen sich aber auch innerhalb Bayerns erhebliche Unterschiede. Schlusslichter sind Schweinfurt (21,9 Prozent), Hof (21,5 Prozent) und Nürnberg (20,3 Prozent).

Das höchste Armutsrisiko hat den Daten zufolge der Nachwuchs von Alleinerziehenden oder aus kinderreichen Familien. Mit fast einer Million wächst mehr als die Hälfte aller Kinder im Hartz-IV-Bezug bei nur einem Elternteil auf, meist der Mutter. 36 Prozent leben mit zwei oder mehr Geschwistern. Kinderarmut ist dabei ein Problem, das in Städten erheblich stärker ausgeprägt ist als in ländlicheren Regionen, wie die Experten hervorheben. Darin spiegelten sich auch die wirtschaftliche Lage, etwa ein generelles Nord-Süd-Gefälle, sowie strukturelle Probleme innerhalb der Länder. So gibt es Städte, in denen mehr als jedes dritte Kind in einer Familie aufwächst, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen ist.

Beim Negativspitzenreiter Bremerhaven liegt die Quote den Berechnungen zufolge bei 40,5 Prozent. Es folgen Gelsenkirchen (38,5 Prozent), Offenbach (34,5 Prozent), Halle (33,4 Prozent), Essen (32,6 Prozent) und Berlin (32,2 Prozent).

dpa

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