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Oberbayerische Lebensqualität: Der Biergarten am Chinesischen Turm in München.

Schwächen nur in einer Kategorie

Studie klärt auf: Darum lebt‘s sich in Oberbayern am besten

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Der Süden Deutschlands ist lebenswerter als der Norden: Das ist das Ergebnis einer Studie, die das ZDF in Auftrag gegeben hat. Oberbayerns Städte und Landkreise sind im Bundesvergleich in Sachen Lebensqualität ganz vorn dabei.

München – Die beste Luft Deutschlands, das wurde erst diese Woche vermeldet, atmen die Menschen im bayerischen Oberland. „In meinen Reden erwähne ich so was natürlich gern“, sagt der Landrat des Kreises Garmisch-Partenkirchen, Anton Speer von den Freien Wählern. Seit gestern kann er hinzufügen, dass sein Landkreis auch zur Spitzengruppe gehört, was die Lebensqualität in Deutschland angeht. Eine Forschungsgruppe hat die Daten von 401 Städten und Landkreisen ausgewertet. Auf dem ersten Platz liegt die Stadt München, gefolgt von Heidelberg und fünf oberbayerischen Landkreisen. Das Gefälle zwischen Nord und Süd ist deutlicher als das zwischen Ost und West: Als bestes Nordlicht rangiert Potsdam einsam auf Platz vier.

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Das Wirtschaftsforschungsinstitut Prognos hat für das ZDF Statistiken zusammengetragen. Die Forscher verteilten Punkte in 53 Kategorien aus den Bereichen „Arbeit und Wohnen“, „Freizeit und Natur“ sowie „Gesundheit und Sicherheit“. Punkte gab es etwa für eine hohe Lebenserwartung, eine niedrige Zahl an Gewaltverbrechen, für eine niedrige Feinstaubbelastung oder gute ärztliche Versorgung. Subjektive Einschätzungen mit Hilfe von Befragungen habe man bewusst nicht einbezogen.

In einer Kategorie schwächelt Oberbayern

Darum sind es die nackten Zahlen, die der Landeshauptstadt den Platz an der Sonne sichern: 207 von 300 möglichen Punkten erreicht München. Heidelberg folgt mit 205 Punkten, knapp dahinter liegt der Kreis Starnberg, der 204 Punkte holt. Auch im Rest Oberbayerns lebt es sich hervorragend: Die Landkreise Garmisch-Partenkirchen (201 Punkte, Rang 5), München (200 Punkte, Rang 6), Miesbach (199 Punkte, Rang 7) und Bad Tölz-Wolfratshausen (199 Punkte, Rang 9) sind unter den besten Zehn. Ebersberg, Weilheim-Schongau, Dachau und Erding schaffen es in die Top 30, Fürstenfeldbruck und Freising immerhin unter die besten 50. Der Bundesschnitt liegt bei 166 Punkten.

Eine vom ZDF in Auftrag gegebene Studie lieferte ein für Oberbayern äußerst befriedigendes Ergebnis.

Der genaue Blick auf die Bewertungsbereiche verrät: Die besten Chancen auf ein gesundes und sicheres Leben haben die Menschen im Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen. In der Kategorie „Wohnen und Arbeiten“ liegt der Kreis Dachau bundesweit auf Rang zwei. Nur bei „Natur und Freizeit“ – hier geht es um Sonnenstunden oder Erholungsflächen – schwächelt Oberbayern ein bisschen.

„Attraktivität ist Fluch und Segen zugleich“

Das insgesamt herausragende Ergebnis aus oberbayerischer Sicht überrascht den Landrat des Kreises Miesbach, Wolfgang Rzehak (Grüne), nicht, „schließlich leben wir in einer wunderschönen Gegend“. Das gute Abschneiden seines Kreises erklärt er so: „Traditionelle Bauernhöfe arbeiten bei uns neben High-tech-Firmen. In unserer Natur, auf unseren Bergen und an unseren Seen tanken wir jeden Tag Energie und Lebensfreude.“ Wo Licht ist, ist freilich auch ein bisschen Schatten: „Die Attraktivität unseres Landkreises ist Fluch und Segen zugleich“, sagt Rzehak. „Das hohe Verkehrsaufkommen stellt uns vor große Herausforderungen.“

Sein Tölzer Amtskollege Josef Niedermaier (Freie Wähler) bestätigt das. „Gut werden ist schwierig, gut bleiben ist noch schwieriger“, sagt er. Die zusätzliche Erschwernis: „Da, wo es gut ist, da wollen alle Leute hin. Das ist ein Thema, das uns die nächsten 15 bis 20 Jahre beschäftigen wird.“

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Politisch liegt dieses Thema im Zuständigkeitsbereich von Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU). Sie sagt bei aller Freude über das gute Abschneiden: „Es gibt überall in Bayern Städte und Gemeinden, die vom Wandel betroffen sind, da ist auch Oberbayern keine Ausnahme.“ Darum soll auch hier gefördert werden. Bei fehlender oder nicht mehr zeitgemäßer Infrastruktur wolle ihr Ministerium ansetzen, so Aigner. Auch bezahlbarer Wohnraum bleibt im Fokus: „Auf München und Oberbayern entfallen regelmäßig die mit Abstand größten Förderkontingente im Wohnbau“, sagt die Ministerin.

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