Wind auf der Zugspitze verhindert Skibetrieb

Garmisch-Partenkirchen - Die Weihnachtsferien haben am Freitag angefangen. Viele Skisport-Fans sind deshalb in die Berge gefahren. Doch auf der Zugspitze herrscht momentan Stillstand.

Stürmischer Wind und sehr hohe Lawinengefahr erschweren den Skibetrieb auf der Zugspitze. Zeitweise fegte der Wind am Sonntag mit einer Geschwindigkeit von mehr als 100 Stundenkilometern über Deutschlands höchsten Berg (2962 Meter). Zwar fielen seit Samstagfrüh 40 Zentimeter Neuschnee, doch der Wind verwehte den Niederschlag. Insgesamt liegen 2,20 Meter Schnee im Gipfelbereich. Wegen des starken Windes konnte die Eibsee-Seilbahn nicht fahren. Um auf den Berg zu gelangen, mussten die Wintersportler die Zahnradbahn nehmen.

„Momentan spitzt die Sonne ein bisschen durch“, sagte Deutschlands höchstpostierter Wetterbeobachter, Dirk Petzner, am Sonntagmittag. Die Temperatur war mit minus drei Grad für die Jahreszeit ungewöhnlich hoch. Petzner rechnete für den Heiligen Abend sogar mit plus einem Grad. „Das wäre für Ende Dezember dann schon sehr ungewöhnlich.“

Mit der Gefahrenstufe vier ist die Lawinengefahr im bayerischen Alpenraum oberhalb von 2000 Metern derzeit sehr hoch. In mittleren und tiefen Lagen ist sie im Allgäu groß, ansonsten erheblich, wie aus dem amtlichen Lawinenlagebericht vom Sonntag hervorgeht.

Weil die Schneedecke bis auf rund 1800 Meter Höhe von Regen durchfeuchtet worden sei und wegen einer erwarteten Erwärmung am Tage habe die Gefahr selbstauslösender Lawinen zugenommen. „In allen Höhenlagen und aus allen Hangrichtungen können Lockerschnee- und Schneebrettlawinen spontan abgehen“, hieß es weiter. In tiefen und mittleren Lagen könne die Schneedecke bis zum Boden mitgerissen werden, „so dass vereinzelt auch große Lawinen entstehen können“.

Oberhalb der Waldgrenze sorgen Schneeverwehungen für große Lawinengefahr. In den eingewehten Bereichen sei es bereits bei geringer Zusatzbelastung möglich, dass Schneebrettlawinen ausgelöst würden. Wegen der ungewöhnlich hohen Temperaturen - am Montag werden in 2000 Metern Höhe Werte bis zehn Grad plus erwartet - bleibe die Lawinensituation kritisch.

Das milde Wetter zwingt die Schneekanonen zu einer Zwangspause. Im Skigebiet Garmisch-Classic werden bei Kälte fast 65 Prozent der Pisten beschneit. Doch bereits bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt können die Schneekanonen nicht angeworfen werden. „Wir haben dennoch alle Pisten präpariert“, sagte ein Sprecher der Zugspitzbahn in Garmisch-Partenkirchen. Rund 80 Prozent der Lifte und Seilbahnen seien in Betrieb. In gefährdeten Gebieten würden Lawinen gesprengt. „Momentan sind wir zuversichtlich, dass der Skibetrieb weiterlaufen kann.“

Ähnliches gilt für die Allgäuer Skigebiete. Auch dort, etwa in der Region um Oberstdorf und dem Kleinwalsertal, sind viele Pisten wegen der vorangegangenen ergiebigen Schneefälle und des tagelangen Dauerfrostes präpariert und die Lifte in Betrieb.

dpa

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