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Kontrolle ist alles: In Bayerns Wäldern müssen regelmäßig die Bäume nach Borkenkäfer-Befall untersucht werden. Sonst droht im Frühjahr eine Explosion der Schädlinge. 

Bayerische Staatsforsten

Sturm und Käfer trüben Waldbilanz

München – Wenn „Niklas“ nicht gewesen wäre, hätten die Bayerischen Staatsforsten ein Rekordergebnis präsentieren können. Zehn Jahre nach der Gründung des Unternehmens blicken Vorstand und Aufsichtsrat trotz Orkans, niedriger Holzpreise und Borkenkäfer-Gefahr hoffnungsvoll in die Zukunft.

Orkan Niklas hat am 1. April 2015 in bayerischen Wäldern gewütet und auch im Bereich der Bayerischen Staatsforsten jede Menge Schaden hinterlassen: 1,5 Millionen Festmeter Schadholz. Ein halbes Jahr später sind die Schäden fast vollständig beseitigt. Martin Neumeyer, Vorstandsvorsitzender der Bayerischen Staatsforsten, verbucht auf der Bilanzpressekonferenz in München dieses schnelle Vorgehen als Erfolg. „Nach dem Orkan Kyrill im Januar 2007 hat das noch zwei Jahre gedauert“, sagt er.

Das Aufräumen in Rekordzeit ist auch ein wichtiges Instrument im Kampf gegen den Borkenkäfer. „Liegendes Sturmholz ist eine Brutstätte für Borkenkäfer“, erklärt Neumeyer. Da aber auch trotz des schnellen Eingreifens die Käfer-Gefahr wegen des trockenen Sommers nicht gebannt ist, haben die Staatsforsten eine „Tasc Force Borkenkäfer“ eingerichtet. In den 41 Forstbetrieben werden Suchbezirke eingerichtet, in denen die Bäume von mehreren hundert Fachkundigen intensiv nach Käfern untersucht und bei Befall sofort aus dem Wald gezogen werden. „Ziel ist, aus Waldschutzgründen alles, aber auch alles zu tun, um eine Borkenkäfer-Explosion zu verhindern“, sagt Neumeyer.

Auch Bayerns Forstminister Helmut Brunner, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Staatsforsten, bereiten die Käfer große Sorge. „Sollte es vorm Winter nicht mehr ausreichend regnen und sich die Bäume nicht erholen, könnte es im kommende Frühjahr eine Käfer-Explosion geben“, warnt der Minister. Man könne sich nur wünschen, dass es ein nasses und kühles Frühjahr gebe, was den Käfern schade – „sonst Gnade uns Gott“. Brunner ruft auch Privat- und Kommunalwaldbesitzer auf, regelmäßig ihre Gebiete zu durchkämmen und die Bäume genau zu überprüfen. „Wenn die Rinde runterfällt, ist es schon zu spät. Dann ist der Käfer draußen und die Brut schon woanders.“

Orkan und Käfer haben die Bilanz der Staatsforsten zwar etwas getrübt; der Umsatz sank von 415 auf 404 Millionen Euro. Der Gewinn liegt bei 65,5 Millionen Euro. Ohne die Störfaktoren hätten die Staatsforsten, so Neumeyer, ein Rekordjahr erreichen können. So ist das abgelaufene Geschäftsjahr immerhin noch das Viertbeste. Bayerns Finanzminister Markus Söder kann sich immerhin noch auf 65 Millionen Euro Zuschuss zum Staatshaushalt freuen (2014: 76 Millionen). „In den zehn Jahren seit Gründung hat das Unternehmen über eine halbe Milliarde Euro an den Freistaat überwiesen“, betont der Vorstand. Gleichwohl macht Neumeyer, der wie sein Vorstandskollege Reinhardt Neft die soziale und kulturelle Bedeutung des Waldes betont, klar: „Ich lehne eine Gewinnmaximierung um jeden Preis ab.“ Und ebenso kategorisch ist er gegen einen Sparkurs: „Wir brauchen jeden unserer 41 Forstbetriebe und unsere 370 Reviere. Unsere Forstbetriebe und Reviere stehen nicht zur Diskussion.“

Claudia Möllers

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