Vergewaltigung - Robinho zu neun Jahren Haft verurteilt

Vergewaltigung - Robinho zu neun Jahren Haft verurteilt
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Sturm Niklas tobte über das Land - und hat auch in Oberbayern verheerende Spuren hinterlassen.

Das Wichtigste im Überblick

Der wütende „Niklas“: Eine Zusammenfassung

München - Erst am Abend beruhigte sich Orkan „Niklas“: Den ganzen Tag tobte und toste er durch Oberbayern. Geschichten von der Sturmfront aus unseren Redaktionen.

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Zwei Menschen sterben

In der Region hat Niklas zwei Todesopfer gefordert. Ein Münchner (61) wurde bei einem Unfall auf der A95 bei Penzberg getötet. Eine Autofahrerin (39) wurde bei Dietramszell von Bäumen erschlagen - sie hatte keine Chance.

Feuerwehren im Dauereinsatz

Sägen, löschen, aufräumen, helfen: Vor allem Feuerwehrmänner sind ohne Pause im Einsatz. Bis zum frühen Abend wird die Feuerwehr im Kreis Starnberg beinahe 300 Mal alarmiert – seit Beginn des Orkans im Schnitt alle zwei Minuten einmal. In München rückt die Feuerwehr bis zum Nachmittag mehr als 900 Mal aus. Weitere 900 Hilferufe seien bis in die Abendstunden noch abzuarbeiten, sagt ein Sprecher. Im Kreis Ebersberg haben die Feuerwehrler allein bis Mittag schon 60 Einsätze absolviert.

Kajakfahrer verletzen sich

Fünf Kajakfahrer lassen sich vom Sturm nicht abschrecken, sie sind in Grainau bei Garmisch-Partenkirchen auf der aufgewühlten Loisach unterwegs. Der Orkan lässt einen Baum umknicken, der ins Wasser fällt und zwei Kajakfahrer trifft: Ein 49-Jähriger aus Bad Aibling (Kreis Rosenheim) wird schwer verletzt, ein 19-Jähriger aus Rheinland-Pfalz leicht. Beide kommen ins Klinikum.

Viktualienmarkt macht Standl dicht

Die Feuerwehr München sperrt den Viktualienmarkt. Mindestens zwei Stände seien bereits am Morgen zusammengebrochen, sagt eine Sprecherin. Trümmerteile, Pflanzen und Schirme wirbeln durch die Luft – das gefährlichste ist aber der Maibaum in der Mitte. Die Gefahr, dass der kippt oder die daran befestigten Holzfiguren herabfallen, ist groß. „Es kommt wirklich nicht oft vor, dass wir schließen müssen.“

Behörde warnt vor Spaziergängen

Der Forstbetrieb Landsberg der Bayerischen Staatsforsten und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürstenfeldbruck warnen vor Waldbesuchen, auch über die Feiertage. Selbst wenn der Sturm wieder nachgelassen hat, können noch Äste brechen und Bäume fallen. Einige Orte, zum Beispiel die Stadt Geretsried, sperren aufgrund der Gefahr herabstürzender Äste und umknickender Bäume die Radwege.

Tierparks bleiben geschlossen

Die Tierparks in München und Augsburg beschließen, den ganzen Dienstag geschlossen zu bleiben. „Bei orkanartigen Böen besteht beim alten Baumbestand von Hellabrunn eine starke Gefahr vor herunterfallenden Baumteilen“, sagt der Münchner Zoodirektor Rasem Baban. Auch der Skyline-Park im Allgäu bleibt zu.

Hier werden Münchner vom Wind umgeworfen: Wetter-Fotos aus Bayern

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Models und Extreme auf Wetterstationen

Der Orkan rüttelt selbst die Spezialisten vom Deutschen Wetterdienst durch. „Hier sind schon die ersten Bäume umgeknickt“, sagt Doris Richter (45) am Mittag, sie arbeitet oben im Observatorium Hohenpeißenberg (Landkreis Weilheim-Schongau) als Wetterbeobachterin. Außerdem hat’s einen Auto-Anhänger über die Bergstraße geweht, einfach so. Kurz zuvor stand er vor dem Observatorium. Rausholen kann ihn keiner, auf dem Hohen Peißenberg bläst der Wind schon am Vormittag mit 151 km/h. Die Experten sprechen von einem mittelschweren Sturm mit Orkanböen. Auch auf Deutschlands höchster Wetterstation tobt „Niklas“ kräftig. Am Mittag wird auf dem Gipfel der 2962 Meter hohen Zugspitze eine Böe mit 192 Kilometern registriert. Der Berg wird aus Sicherheitsgründen für Besucher gesperrt. Eine Ausnahme machen die Verantwortlichen für hübsche Mädels – der „Playboy“ hat ein Foto-Shooting auf der Besucherplattform organisiert, Models posieren bei Schneesturm und frostigen Temperaturen.

Windmessgeräte zu schwach für Orkan

Stärker als die Technik: Beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Oberpfaffenhofen steigt das Windmessgerät aus – vermutlich ist „Niklas“ zu stark. Die MeteoGroup-Station am Kloster Andechs meldet zwischenzeitlich auch keine Daten.

Windräder laufen auf Hochtouren

Während andere mit den Sturmböen kämpfen, ist Josef Gasteiger entspannt. Sein Windrad in Dachau dreht sich fleißig. Erst bei Windgeschwindigkeiten von 24 Metern pro Sekunde schaltet das 138 Meter hohe Windrad automatisch ab. „Das habe ich seit der Inbetriebnahme im August 2013 erst einmal beobachtet“, sagt der Landwirt. Mit „Niklas“ läuft das Windrad fast auf Volllast.

Kirchen sind kaputt, Friedhöfe gesperrt

In der Münchner Herz-Jesu-Kirche reißt eine Windböe das 200 bis 300 Kilogramm schwere Sandsteinkreuz vom Giebel. Es stürzt ins Dach, zwei Brocken auf den Parkplatz. Personen werden nicht verletzt. Die Gegend rund um die Peterskirche am Viktualienmarkt ist gesperrt. Es drohen Ziegel vom Dach des „Alten Peter“ zu stürzen. In Augsburg fallen bei zwei Kirchen Ziegel vom Dach. Dort und in Nürnberg rät die Friedhofsverwaltung vom Besuch der Gräber ab.

Der Orkan verweht das Löschwasser

Erst brennt in Königsdorf bei Bad Tölz eine Zimmerei nahezu komplett nieder, dann entfacht „Niklas“ einen Funkenflug und setzt einen 250 Meter entfernten Feldstadel in Brand. Auch dieses Gebäude wird ein Raub der Flammen. Schaden: zwei Millionen Euro. Was es für die Feuerwehr besonders schwierig macht: Der Wind verteilt das Löschwasser überall hin.

Ein Maibaum knickt um

In Weißenfeld (Kreis Ebersberg) knickt am Vormittag ein Maibaum um – direkt oberhalb der Halterung. Das weißblaue Stangerl kracht direkt auf die Kreuzung. Verletzt wird niemand, die Feuerwehr sägt den Baum in Stücke und transportiert ihn ab.

TSV 1860 wird beim Training gestört

Das Sturm-Tief verschont auch das Training der Löwen nicht. Die Sturmböen sind so heftig, dass sie ein hohes Gerüst, auf dem eine Kamera steht, über die Bande auf den Platz wehen. Nach kurzer Unterbrechung läuft die Einheit aber weiter.

Der Orkan deckt Dächer ab

In Poing (Kreis Ebersberg) droht der Sturm ein etwa 2000 Quadratmeter großes Metalldach eines Industriebetriebs abzudecken. Das Technische Hilfswerk sperrt weiträumig ab. Anwohner, die zu ihren Häusern wollen, müssen Ausweise vorzeigen. In Weilheim fegt der Orkan ein Flachdach durch die Luft, es landet auf Autos und Kleinbussen.

Der Strom fällt aus

In Miesbach gibt es stundenlang keinen Strom, unsere Redaktion zieht zwischenzeitlich in die Außenstelle in Holzkirchen um, um die Zeitung dort zu produzieren. Am Abend teilt das Bayernwerk mit, Oberbayern sei stark betroffen, insgesamt seien momentan 25 000 Haushalte ohne Strom. Der Schwerpunkt liege im südlichen Oberbayern. Die Schadensstellen sind wegen der vielen Straßensperrungen teilweise nur zu Fuß zu erreichen.

Kastanie kracht in Kinderheim

Im Kloster Moosen bei Dorfen entwurzelt „Niklas“ eine rund 100-jährige Kastanie. Der mächtige Baum knallt auf das Spielhaus des dortigen Kinderheimes. Weder die 15 Hortkinder noch die neun Heimkinder, die dort leben, werden verletzt. Geschätzter Schaden: rund 30 000 Euro.

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