Zahlreiche Schäden

Sturmtief „Xavier“: Auch in Bayern sorgt das Unwetter für Unfälle

Der Sturm „Xavier“ hat auch in Bayern Spuren hinterlassen: Der Bahnverkehr wurde teilweise unterbrochen, ein Arbeiter stürzte vom Gerüst und wurde schwer verletzt.

München - Auch in Bayern hat Sturmtief „Xavier“ für Verkehrsbehinderungen gesorgt. Bahnreisende mussten am Freitag mit Verzögerungen rechnen, am Donnerstag hatte das schwere Unwetter zahlreiche Verkehrsunfälle verursacht.

„Die Züge, die im Norden stehen, fehlen in Bayern“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn, Michael-Ernst Schmidt, am Freitag. Erst am Nachmittag nahm die Bahn den Fernverkehr von Berlin Richtung Leipzig und weiter nach München wieder auf - es gebe jedoch weiterhin durch das Sturmtief bedingte Verspätungen. Der Regionalverkehr lief nach Angaben der Deutschen Bahn reibungslos.

Sturmtief „Xavier“: Unfälle in Bayern - schwer verletzter Bauarbeiter, fliegende Autotüren

Auch auf Bayerns Straßen führte das Unwetter am Donnerstag zu vielen Unfällen. In Raderstetten (Landkreis Aichach-Friedberg) verletzte sich ein Bauarbeiter schwer: Eine Windböe hatte ein Betonsilo, das an einen Kran angehängt war, gegen das Gerüst gedrückt - es fiel dadurch um und der 40-Jährige stürzte vier Meter in die Tiefe, wie die Polizei mitteilte. Er wurde ins Krankenhaus eingeliefert, schwebt aber glücklicherweise nicht in Lebensgefahr.

In Marktbreit (Landkreis Kitzingen) wollte eine Frau lediglich aus ihrem Wagen aussteigen: Plötzlich riss ihr eine Windböe des Sturmtiefs „Xavier“ die Autotür aus der Hand. Die Tür prallte gegen ein neben ihr parkendes Auto. 

Umgefallener Schrank, verbogene Leitplanke: Sturm „Xavier“ hinterlässt Spuren

In Gössenheim (Landkreis Main-Spessart) wurde durch eine Windböe ein 1,50 Meter hoher Schrank umgeworfen, der zur Sperrmüllabholung am Straßenrand stand - Er fiel auf ein vorbeifahrendes Auto, beschädigte dieses aber nur leicht.

Auf der Autobahn 73 bei Lichtenfels wurde ein Kleintransporter mit Anhänger vermutlich von einer schweren Windböe erfasst. Laut Polizei prallte der Wagen gegen die Außenleitplanke: diese wurde dabei verbogen. Die Polizei fahndete am Freitag nach dem Unfallverursacher: Er war nicht stehengeblieben, sondern hatte seine Fahrt unmittelbar fortgesetzt.

Unwetter über Deutschland: In Bayern wütet „Xavier“ vor allem im Gebirge

Weitere Schäden verursachte das Sturmtief „Xavier“ der Polizei zufolge nur in geringem Ausmaß: „Ein paar Autos sind von herabfallenden Ästen getroffen worden“, sagte eine Sprecher des Polizeipräsidiums Mittelfranken.

Die Ausläufer des Unwetters waren in Bayern vor allem im Gebirge zu spüren: Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Freitag mitteilte, fegten über die höchsten Gipfel der Alpen und der Mittelgebirge strake Böen von bis zu 80 Kilometer pro Stunde.

Welche Auswirkungen Sturmtief „Xavier“ in ganz Deutschland hatte, lesen Sie in unserem Ticker zum Unwetter. Mindestens sieben Menschen starben durch den Sturm, etliche wurden verletzt. Unter den Opfern ist neuen Erkenntnissen zufolge die bekannte Journalistin und Politik-Expertin Sylke Tempel: bei dem Unwetter wurde sie tödlich verletzt.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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