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Reformkurs bei den Sudetendeutschen. Hier drei Frauen in Tracht beim Sudetendeutschen Tag 2013.

Heimat und Entschädigung

Sudetendeutsche streichen sensible Begriffe

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München – Mit weitreichenden Änderungen ihrer Satzung und einer neuen Grundsatzerklärung hat die Sudetendeutsche Landsmannschaft ihren Reformkurs fortgesetzt.

Die Delegierten der Bundesversammlung am Samstag im Sudetendeutschen Haus in München strichen aus der Satzung der Landsmannschaft Passagen, die von einer „Wiedergewinnung der Heimat“ sowie von einer „Restitution oder gleichwertigen Entschädigung“ sprechen. Stattdessen werden in Satzung nunmehr Völkermord, Vertreibungen, ethnische Säuberungen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit, völkerrechtswidrige Enteignungen und Diskriminierung geächtet.

Der Bundesvorsitzende der SL, Bernd Posselt, unterstrich am Samstag, dass die Landsmannschaft damit „zukunftsfest“ gemacht werde. Der tschechische Außenminister Lubomir Zaoralek begrüßte die Entscheidung. „Das ist keine Überraschung – es ist eine der Voraussetzungen für eine Verbesserung der Beziehungen“, sagte der Sozialdemokrat im Sender CT.

„Deutlich wie nie zuvor“ werden nach eigener Darstellung zudem in einer Grundsatzerklärung die „Mitverantwortung“ der Volksgruppe „für die Verfolgung und Ermordung von Sudetendeutschen und Tschechen, die dem nationalsozialistischen Regime missliebig waren, sowie für den Holocaust an den Juden in Böhmen, Mähren und Sudetenschlesien“ benannt.

Dieser Punkt steht nun in einer Reihe mit einer Verurteilung der oftmals brutalen Vertreibung und Verfolgung Sudetendeutscher, die aufgrund der so genannten Benes-Dekrete 1945 und 1946 einsetzte. Durch die Dekrete unter dem damaligen tschechoslowakischen Präsidenten Edvard Benes war die fast vollständige Vertreibung der etwa drei Millionen Sudetendeutschen eingeleitet worden – sie umfassten unter anderem die Enteignung und Ausbürgerung der deutschen Bevölkerungsgruppe, die summarisch zu „staatlich unzuverlässigen“ Personen erklärt wurden.

Tschechien, aber auch die Slowakei haben die Benes-Dekrete bis heute nicht für ungültig erklärt; dahinter steht auch die Furcht vor eventuellen Regressansprüchen der Vertriebenen.

dw

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