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Rund 20.000 Menschen sind am Samstag nach Augsburg gekommen.

Sudetendeutscher Tag in Augsburg eröffnet

Augsburg - Zum Sudetendeutschen Tag in Augsburg treffen sich an diesem Wochenende rund 20 000 Menschen. Viele hoffen darauf, dass sich die Beziehungen der Sudetendeutschen zu Tschechien weiter verbessern und die Politiker mit ihnen in Dialog treten.

Zum Auftakt des Pfingsttreffens der Sudetendeutschen Landsmannschaft in Augsburg hat der frühere Staatspräsidenten der Slowakischen Republik, Rudolf Schuster, den Europäischen Karlspreis bekommen. Die Auszeichnung der Sudetendeutschen Landsmannschaft erhielt der Kapartendeutsche Schuster am Samstag, weil er Schneisen durch Vorurteile und Ängste in der Slowakei geschlagen habe, sagte der Bundesvorsitzende der Sudetendeutschen Landsmannschaft, Franz Pany.

“Er hat sich dialogbereit gezeigt in vorbildlicher Weise“, betonte Pany und spielte damit zugleich auf die schwierigen Beziehungen zwischen Sudetendeutschen und der tschechischen Regierung an. Zu den strittigen Punkten gehören vor allem die Benes-Dekrete, die bis heute gelten und die Voraussetzung für die 1945 von den Alliierten im Potsdamer Abkommen gebilligte Ausweisung der deutschen Minderheit aus der Tschechoslowakei bildeten. Die Sudetendeutschen fordern seit Jahren, dass die tschechischen Politiker mit ihnen in Dialog treten und die Geschichte des Landes aufarbeiten sollten.

“Nachbarn müssen nicht immer die gleichen Blickweisen haben, aber sie müssen sich gegenseitig respektieren“, betonte Pany. Dazu gehöre auch, dass man eigene Fehler einräume. “Was hindert einen tschechischen Ministerpräsidenten daran, so etwas gegenüber den Sudetendeutschen zu äußern?“, sagte er. Auch Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) forderte bei der Eröffnung die tschechischen Politiker dazu auf, die Vergangenheit aufzuarbeiten. “Das Unrecht der Vertreibung verjährt nicht“, sagte sie. “Diese Dinge passen nicht in eine europäische Werteordnung.“

Die Reise von Horst Seehofer (CSU) nach Prag im vergangenen Dezember bezeichnete Haderthauer als “wichtiges Kapitel für einen Dialog der guten Nachbarschaft“. Seehofer war als erster bayerischer Ministerpräsident seit dem Zweiten Weltkrieg nach Prag gereist und hatte damit eine jahrzehntelange politische Eiszeit beendet.

Als Schirmherr der Sudetendeutschen Volksgruppe wird Seehofer am Sonntag der Hauptredner beim 62. Sudetendeutschen Tag sein. Insgesamt werden zu der zweitägigen Veranstaltung unter dem Motto “Dialog und Wahrheit - Nachbarschaft gestalten“ rund 20 000 Teilnehmer erwartet.

dpa

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