Friseure wollen auch wieder öffnen

Corona-Regel aufgehoben! Supermärkte und Drogerien freuen sich - Fachhandel wettert: „Wettbewerbsverzerrung“

  • Thomas Eldersch
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Nach einem Beschluss des Gesundheitsministeriums dürfen Supermärkte und Drogerien wieder ihre gesamte Ware anbieten. Das sorgt bei vielen Fachhändlern für Unmut.

München - Seit etwas über einem Monat gilt in Bayern der strenge Corona*-Lockdown. Zahlreiche Geschäfte und Dienstleister sind davon betroffen. Ihre Ladentüren bleiben geschlossen - vorerst wohl bis 14. Februar. Eine Verlängerung der Maßnahmen ist nicht ausgeschlossen. In diesen schweren Zeiten für die Unternehmer sorgt eine Entscheidung des Gesundheitsministeriums für großes Unverständnis.

Corona: Verkaufsverbot für Supermärkte und Drogerien aufgehoben

Bislang war es in bayerischen Supermärkten und Drogerien so, dass dort nur Waren für den täglichen Verbrauch angeboten werden durften. Vor allem die größeren Geschäfte mussten ihre Bereiche mit beispielsweise Spielzeug oder Haushaltswaren absperren. Diese durften nicht verkauft werden. Das Augsburger Verwaltungsgericht kippte nun teilweise diese Verkaufsverbote, was dazu führte, dass sich die Stadt Kempten an das Gesundheitsministerium wandte. Man forderte die Behörde auf, bei ihrer Verkaufsverbots-Regel nachzubessern. Dann der Paukenschlag.

Am Mittwoch (27. Januar) hob das Gesundheitsministerium das Verkaufsverbot komplett auf. Damit können Supermärkte und Drogerien wieder all ihre Waren anbieten. Freuen dürfen sich also Geschäfte, die im Schwerpunkt Waren anbieten, die für den täglichen Bedarf gedacht sind. Somit schauen Fachhändler wie Spielzeugläden oder Parfümerien in die Röhre. Ein Spielwarenhändler aus Aichach nennt die Entscheidung eine „klare Wettbewerbsverzerrung“ (siehe Video oben). Er habe lediglich die Möglichkeit seine Ware über Click & Collect* zu verkaufen, also online bestellen und vor Ort abholen. Sein Umsatz sei aber seit dem verschärften Corona*-Lockdown um 70 Prozent zurückgegangen.

Corona: Bayerns Friseure dürfen keine Hausbesuche machen

Auch Bayerns Friseure bekommen einen Dämpfer verpasst. Sie mussten ebenfalls kurz vor Weihnachten schließen und sind seitdem zum Nichtstun verdammt. In Bremen haben ihre Kollegen hingegen ein Schlupfloch in der dortigen Corona*-Verordnung gefunden. Ihnen ist es erlaubt, Hausbesuche zu machen. Friseurgeschäfte müssen dort zwar ebenfalls geschlossen bleiben. Jedoch sind Handwerks- und Dienstleistung unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen erlaubt.

In Bayern existiert dieses Schlupfloch jedoch nicht. Die Regel ist im Freistaat wesentlich strikter formuliert: „Dienstleistungen, bei denen eine körperliche Nähe zum Kunden unabdingbar ist, wie zum Beispiel Friseure, Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios oder ähnliche Betriebe sind untersagt.“ Und es ist keine Änderung in Sicht. Seit Wochen appelliert die Friseurinnung an die Staatsregierung die Geschäfte wieder zu öffnen. Landesinnungsmeister Christian Kaiser dazu: „Wir brauchen eine Perspektive für unsere Salons.“ Doch bisher bleiben die Forderungen ungehört. (tel/dpa) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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Rubriklistenbild: © Salvatore Di Nolfi/dpa

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