Supermarktsterben in Bayern geht weiter

München - Der Einkauf im Supermarkt um die Ecke wird in Bayern zum Auslaufmodell. Inzwischen sind es weniger als 10 000 Lebensmittelgeschäfte. Und auch die Zukunft sieht nicht besser aus.

Die Zahl der Supermärkte in Bayern geht immer weiter zurück. Sowohl in ländlichen Gebieten als auch in den Städten machten in den vergangenen Jahren hunderte Lebensmittelgeschäfte dicht, wie der Handelsverband Bayern (HBE) am Dienstag in München mitteilte. Während es im Jahr 2003 noch rund 11 850 Lebensmittelgeschäfte in Bayern gab, sind es inzwischen weniger als 10 000. “Manch ein Verbraucher bekommt dies schmerzhaft zu spüren, wenn wieder ein Geschäft in unmittelbarer Nähe schließen muss“, sagte HBE-Vizepräsident Hans Jürgen Bönsch. Auch in Zukunft rechnet der Verband mit weniger, dafür aber größeren Supermärkten in Bayern.

Der Trend macht auch vor den Großstädten nicht halt: Allein in München ging die Zahl der Lebensmittelgeschäfte nach Angaben von HBE-Sprecher Bernd Ohlmann in den vergangenen Jahren um rund 30 Prozent auf 2600 zurück. Unter Druck geraten vor allem kleine Supermärkte mit Verkaufsflächen von weniger als 400 Quadratmetern, die aus Sicht vieler Verbraucher nicht attraktiv genug seien. Deren Umsatz sank im vergangenen Jahr um fünf Prozent. “Daran zeigt sich, dass diese Märkte vielerorts noch die einzigen Nahversorger sind, sie aber von den Verbrauchern zunehmend nicht mehr angenommen werden“, sagte Bönsch.

Viele Kommunen hätten das Problem erkannt und achteten bei der Städtebauförderung auf eine ausreichende Versorgung. So könne beispielsweise die Baugenehmigung für den neuen Großmarkt einer Lebensmittelkette am Stadtrand an die Bedingung geknüpft werden, dass die kleinere Filiale des Betreibers in der Stadt nicht geschlossen wird.

Insgesamt ging der Umsatz mit Lebensmitteln in Bayern im vergangenen Jahr um rund drei Prozent auf 23,2 Milliarden Euro zurück. “Das gute Weihnachtsgeschäft hat für einen insgesamt versöhnlichen Jahresausklang gesorgt.“ Im laufenden Jahr rechnen die Geschäfte dank der zunehmenden Kauflust der Verbraucher und Preiserhöhungen mit einem Umsatzplus. Das Interesse an Bio-Lebensmitteln wird dabei aus Sicht von Bönsch anhalten. “Ob Bio-Supermarkt, Naturkostladen, klassischer Supermarkt oder Discounter - alle Vertriebsformen profitieren vom anhaltenden Trend zur Natur- und Biokost.“

dpa

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