Wollte er nur prahlen?

Syrer wegen Anschlagsdrohung in U-Haft

Würzburg - Ein Syrer aus Würzburg sitzt in Untersuchungshaft, weil er mit einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat gedroht haben soll. Doch wollte er wirklich einen Anschlag begehen - oder waren es nur dicke Sprüche?

Nach seiner Anschlagsdrohung bleibt ein in Würzburg lebender Student aus Syrien voraussichtlich länger in Untersuchungshaft. Die Ermittlungen seien noch „im Anfangsstadium“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Bamberg am Dienstag. Um die Aufklärung des Falls nicht zu gefährden, wollte er keine weiteren Details zu den Hintergründen des Untersuchungshaftbefehls sagen. Damit bleibt unklar, was genau der 28-Jährige gesagt haben oder mit welcher Straftat er gedroht haben soll.

Der Mann war am Montag nach Hinweisen aus der Bevölkerung festgenommen worden, weil er mit einer „schweren staatsgefährdenden Gewalttat“ gedroht haben soll. Konkrete Anschlagspläne lagen der Polizei zufolge jedoch nicht vor, auch wurde bei ihm kein Sprengstoff gefunden. Dennoch kam der Medizinstudent in Untersuchungshaft.

Unterdessen wird geprüft, ob die Bundesanwaltschaft den Fall übernimmt. Er werde ihr von der Staatsanwaltschaft Bamberg zur Prüfung vorgelegt, sagte deren Sprecher. Ob sich die für Terrorismus zuständige Behörde, die auch die Ermittlungen zum Würzburger Axt-Anschlag führt, für zuständig erklärt, ist aber noch nicht klar. Die Bundesanwaltschaft selbst war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Der Fall gilt als sogenannte Staatsschutz-Sache, so dass bislang die Staatsanwaltschaft Bamberg und nicht die örtlich zuständige Behörde in Würzburg ermittelt.

Zwei Tage nach einem brisanten Bombenfund in Chemnitz hatte die Polizei in der Nacht zum Montag einen bundesweit gesuchten Terrorverdächtigen aus Syrien in Leipzig festgenommen. Der als Flüchtling registrierte Mann hat den Ermittlern zufolge einen Bombenanschlag vorbereitet. Er hatte nach bisherigen Erkenntnissen der Behörden Kontakte zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS).

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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