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Gefährlicher Angriff: Von Freilassing aus wurden innerhalb einer Stunde vier Maschinen beim nächtlichen Landeanflug auf den Flughafen Salzburg mit einem Laser geblendet - alle Piloten kamen aber sicher ans Ziel.

Glimpflich ausgegangen

Aus Freilassing: Laser-Attacken auf Salzburg-Flieger

Freilassing - Am Flughafen in Salzburg-Maxglan wurden gleich mehrere Maschinen mit einem Laserpointer geblendet. Erste Ermittlungen führt die Polizei nach Freilassing. Die Flugzeuge konnten dennoch problemlos landen.

Vier Maschinen landen abends zwischen 22 und 23 Uhr regelmäßig am Flughafen Salzburg-Maxglan. Kürzlich wurden alle vier anfliegenden Flugzeuge mit einem Laserpointer geblendet. Ermittlungen ergaben nun, dass die Laser-Attacke vom Raum Freilassing ausgegangen ist.

Laut Flugplan kommen die vier Maschinen aus Frankfurt, Palma und Rhodos sowie die letzte Maschine am Tag aus Wien. Sie alle wurden vom Laserstrahl ins Visier genommen. Als Erstes die Maschine aus Frankfurt, eine Fokker 100. Der Pilot landete den Flieger trotzdem sicher am Airport. Über Funk verständigte er sofort die Flugsicherung Austro-Control, diese wiederum warnte die Crews der drei noch ausstehenden Maschinen. Und tatsächlich waren auch diese Maschinen das Ziel einer Laserattacke. Der Sprecher von Austro-Control bestätigte auch, dass einer der Piloten mit dem Handy ein Video der Laserattacke gemacht hat. Mithilfe dieses Videos stellte die Salzburger Polizei fest, dass die Attacke von Freilassing ausgegangen sein muss. Nähere Angaben dazu macht keiner der Verantwortlichen.

Inzwischen ermittelt die bayerische Polizei. Das Polizeipräsidium in Rosenheim will allerdings keine Auskünfte über die Suche nach dem Täter geben. „Wir wollen keine Nachahmer auf den Plan rufen“, so Pressesprecher Frank Konrad.

Die Laserattacken sind gefährlich, weil sich das aggressive Licht auf der Kunststoffscheibe des Cockpits bricht und dabei die Piloten nicht nur blendet, sondern auch die Netzhaut ihrer Augen verletzen kann. Ein Sprecher der Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) beruhigt, solche Laserattacken seien nichts Neues. Im Übrigen seien die Piloten darauf geschult. „Wenn ein Pilot geblendet wird, übernimmt der zweite Pilot das Steuer“, so Wilhelm Balida von der AUA.

Wie auch in Salzburg geschehen, warnen Piloten sofort ihre Kollegen und versuchen, den Standort des Blenders zu lokalisieren. „Oftmals wird dann auch gleich die Polizei hingeschickt, aber die Täter entkommen meist unentdeckt.“ In Österreich wird der Eingriff in die Flugsicherheit mit hohen Geldstrafen bis zu Haftstrafen bedroht. In Deutschland können Geldstrafen bis zu 50.000 Euro verhängt werden, in besonders schweren Fällen drohen bis zu zehn Jahre Haft.

M. Hudelist

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