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Kurz nach den Schüssen: Der Notarzt befindet sich noch im Laden, die Polizei ist vor Ort. Seit Tagen war das Geschäft „aus familiären Gründen“ geschlossen.

"Bei Scheidung tue ich ihr was an"

Pfarrkirchen: Todesschütze drohte am Samstag mit der Tat

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Pfarrkirchen - Die Krise zwischen den Eheleuten, die 38 Jahre verheiratet waren, war nicht zu erkennen. Am Samstag drohte er noch, am Montag erschoss der 61-Jährige seine Frau.

Seit einer Woche war das Geschäft in der Simbacher Straße in Pfarrkirchen zu, ein Zettel an der Tür erklärte dies so: „Aus familiären Gründen bis auf Weiteres geschlossen.“ Doch hier handelte es sich weder um einen Todesfall noch um eine Krankheit – hier ging um einen Trennungsstreit. Der fand am Montag ein dramatisches Ende. Am Vormittag gegen 9.45 Uhr peitschte der Schall von mindestens drei Schüssen durch die Straße in der Innenstadt. Elke K. (55) lag schwerstverletzt in ihrem Laden am Boden, ein Notarzt konnte sie zunächst noch reanimieren, schließlich starb die Mutter eines erwachsenen Sohnes doch noch in ihrem Geschäft. Der Schütze war ihr Ehemann Josef (61). Er wurde am Tatort festgenommen.

Die Krise zwischen den Eheleuten, die 38 Jahre verheiratet waren, war für Außenstehende nicht zu erkennen. Beide wirkten immer wie ein frisch verliebtes Paar, das offen Harmonie vorgab. So gingen sie täglich gemeinsam mit dem Husky und dem Mischling im Ortsteil Reith Gassi, morgens wie abends. Finanziell gab es offenbar auch keine Probleme, auch wenn der Laden für Koffer, Taschen und Regenschirme mit dem traditionellen Namen Pius Mössmer sicher nicht mehr so viel abwarf wie einst. Doch der Ehemann besaß in Pfarrkirchen Immobilien, der Sohn war aus dem Haus und lebte fernab sein eigenes Leben.

Das Glück des Paares in den besten Jahren, die Fassade bröckelte. Elke dachte an Trennung, und dies wohl schon länger. Für Montag hatte sie eine Aussprache mit ihrem Ehemann angesetzt. Ihr Sohn war dazu extra mit dem Partner angereist, wohl aus Sorge. Dies schien durchaus berechtigt, denn Josef K. soll erst am Samstag noch in einem Lokal sinngemäß gesagt haben: „Wenn sie sich scheiden lässt, dann tue ich ihr was an.“ Eine Aussage, die auffiel. Sie passte so gar nicht zu dem als ruhig und äußerst nett geltenden Josef K.

Der besaß als Sportschütze eine scharfe Waffe. Und die nahm er am Montag zur Aussprache mit. Nachbarn hörten aus dem Laden Schreie, Schüsse. Der Sohn stand plötzlich auf der Straße, geschockt. Einige hatten ein drei-, andere ein viermaliges Krachen gehört. Ein einziger Wahnsinn in der beschaulichen Kreisstadt an der Rott. Ein Großaufgebot an Polizei und Rettungskräften war binnen einer Viertelstunde zum Tatort gerast. Der Schütze ließ sich dort ohne den geringsten Widerstand festnehmen. Wenig später trafen schon der Notfallseelsorger und ein Kriseninterventionsteam am Tatort ein, um dem geschockten Sohn beizustehen. Auch die Spezln des jetzt mutmaßlichen Mörders können das Ganze nicht fassen: Der beste Freund zur tz: „Das hätten wir dem Josef niemals zugetraut.“

Markus Christandl

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