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An dem historischen Ball nach dem Vorbild der Jane-Austen-Romane nehmen Besucher aus ganz Deutschland, Österreich und Italien teil.

Historische Kostüme sind Pflicht

Tanzball in Erlangen: Zeitreise zu Jane Austen

Erlangen - Kleider und Musik wie im Jahr 1800, galante Herren und aufwendig zurechtgemachte Damen: Bei einem Ball im bayerischen Erlangen konnten Gäste am Wochenende in der Nostalgie vergangener Zeiten schwelgen.

Tanz, Musik und Benehmen wie zur Zeit der britischen Schriftstellerin Jane Austen: Knapp 100 Tanz- und Geschichtsbegeisterte haben am Wochenende in Erlangen eine Zeitreise zum Anfang des 19. Jahrhunderts gemacht. Pflicht für die Gäste im barocken Redoutensaal waren historische Kostüme wie aus dem 18. oder 19. Jahrhundert. Die Damen trugen farbenfrohe bodenlange Empire-Kleider und aufwendige Hochsteckfrisuren oder Perücken; der perfekt ausgestattete Herr kam mit Zylinder, Kniebundhose, Weste und Frack. Zur Musik der britischen Pemberley Players legten sie den ganzen Abend über Kontratänze aufs Parkett.

Anfangs stehen sich die Tänzer dabei paarweise gegenüber und bilden eine lange Gasse. Im Lauf des Liedes wechseln sie immer wieder den Partner, tanzen zu viert im Kreis oder als Paar umeinander herum.

„Es sind nicht nur die Gewänder und die alte Musik, die das Ganze so besonders machen“, sagte Britta Garstka (37) aus Waldshut-Tiengen (Baden-Württemberg). „Auch die schönen Orte und die Galanterie dieser Zeit machen den Reiz dieser Veranstaltungen aus.“ Nach jedem Tanz etwa macht der Herr einen Diener, die Dame einen Knicks. Heute rücke auch fast kein Mann mehr der Frau am Tisch den Stuhl zurecht.

Harald aus Wien sagte: „Die Atmosphäre ist viel schöner als auf einem modernen Ball. Die Kleider der Damen sind so schön bunt. Heute tragen sie auf einem Ball alle schwarz. Das ist wie auf einer Beerdigung.“ Der 60-Jährige und seine Frau Henriette waren schon auf mehr als 20 historischen Bällen. „Man findet leichter zusammen über diese Art des Tanzens und kann zusammen lachen, wenn mal etwas schief geht.“

Zum Programm, das bereits am Freitagabend begann, gehörten auch Workshops zu den Tänzen um das Jahr 1800 sowie ein Frisuren- und Make-Up-Kurs. Das Ganze ist ein durchaus kostspieliges Vergnügen: 140 Euro kosten die Eintrittskarten. Dazu kommen die Kosten für die Kurse und für ein eigenes Kostüm oder Leihgebühren. Damen müssen hier für ein Wochenende zwischen 75 und 125 Euro anlegen, Herren sogar zwischen 100 und 160 Euro.

dpa

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