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Das gelockerte Tanzverbot sei eine Anpassung an veränderte Lebensgewohnheiten - so die Politik.

Kirchen reagieren zurückhaltend

Gastronomie freut sich über gelockertes Tanzverbot

München - Wer in der Nacht zu den stillen Feiertagen in Bayern eine Party feiert, kann das künftig zwei Stunden länger tun. Gastronomen im Freistaat finden das gut. Die Kirchen sind skeptischer.

Der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband hat die geplante Lockerung des Tanzverbots an den sogenannten stillen Feiertagen begrüßt. Zurückhaltender reagierten die Kirchen. Man warne vor einer „scheibchenweisen Aushöhlung“ der Regelung, sagte ein Sprecher der katholischen Freisinger Bischofskonferenz am Donnerstag. Nach monatelangem Streit hatten sich CSU und FDP darauf geeinigt, dass in der Nacht vor stillen Tagen Partys und andere Tanzveranstaltungen nicht schon um Mitternacht beendet werden müssen, sondern erst um 2.00 Uhr.

Innenminister Joachim Herrmann (CSU) betonte: „Der ernste Charakter der stillen Tage bleibt in Bayern weiterhin voll gewahrt.“ Mit der Anpassung orientiere man sich an die veränderten Lebensgewohnheiten der Menschen.

Der Gaststättenverband hätte sich zwar über eine Ausweitung der Öffnungszeiten bis 3.00 Uhr gefreut, sei aber nun „dankbar“ für den Kompromiss, sagte Präsident Ulrich Brandl. Er hofft nun auf eine schnelle gesetzliche Umsetzung: „Um Rechtssicherheit herzustellen, sollte das Gesetz sehr zügig auf den Weg gebracht werden, so dass bereits im November die neue Regelung gilt.“

Kirche mit Kompromiss einverstanden

Der nächste stille Feiertag ist bereits Allerheiligen am 1. November. Laut Gesetz fallen noch Aschermittwoch, Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag, der Volkstrauertag, Buß- und Bettag, der Totensonntag und Heiligabend von 14.00 Uhr an in diese Kategorie. Unterhaltungsveranstaltungen mit fröhlichem Charakter sind an diesen Tagen verboten.

„Wir erwarten, dass diese Regelung jetzt Bestand hat“, sagte ein Sprecher der evangelischen Landeskirche in München. Die den stillen Feiertagen eingeräumte Zeit dürfe nicht immer weiter verkürzt werden. Stille Tage beträfen in immer hektischer werdenden Zeiten nicht nur die Kirchen, erklärte er. „Sie sind wichtig für die ganze Gesellschaft.“ Das betonte auch der Sprecher der katholischen Bischofskonferenz: „Es muss Zeit zum Innehalten bleiben, aus unserer Sicht nützt das der ganzen Gesellschaft.“ Man versperre sich aber dem nun gefundenen Kompromiss nicht.

dpa

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