"Eine Reise, ein Fahrschein"

EMM-Ticket: Diese Erleichterung bedeutet es für Pendler

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München - Das EMM-Ticket soll kommen: Mit einem einstimmigen Beschluss haben die Mitglieder der Europäischen Metropolregion (EMM) das Konzept eines Dachtarifs über alle Verkehrsverbünde genehmigt. Der Zeitplan ist indes nicht gerade ambitioniert.

Wer mit der Bahn von Augsburg, Landsberg, Mühldorf oder Bad Tölz Richtung München pendelt, soll es künftig leichter haben – und vielleicht auch etwas günstiger. Die Mitglieder der EMM, die 26 Landkreise und sechs Städte umfasst, billigten das Konzept eines einheitlichen Dachtarifs (wir berichteten vorab). Die bestehenden Verbünde, etwa MVV oder der Augsburger AVV, sollen nicht angetastet werden.

„Eine Reise, ein Ticket – das würde so Wirklichkeit“, erklärten die Verkehrsplaner, Arne Beck und Martin Arnold, die eine 200.000 Euro teure Vorstudie verfasst haben. Arnold nannte ein Beispiel: Wer von Rosenheim-Stadtmitte nach München in die Lazarettstraße pendelt, der benötigt heute drei Tickets. Künftig wäre nur noch ein EMM-Ticket notwendig. Vor allem die Regionen außerhalb Münchens sind von der Idee angetan. „Wir versprechen uns eine bessere Anbindung an München“, sagte der Landrat im Landkreis Landshut, Peter Dreier. Der Buchloer Bürgermeister Josef Schweinberger sprach von 10.000 Fahrgästen täglich, die von Buchloe aus nach Augsburg, München oder Füssen pendeln. „Packen wir’s an“, forderte er.

Das jedoch wird dauern. Auf die Vorstudie folgt nun ein Grobkonzept, dann ein Feinkonzept und eine Umsetzungsphase. Alles in allem könnte es 2020 soweit sein, meinte der Landrat im Landkreis München, Christoph Göbel. Erst 2020. Vielleicht auch etwas schneller. Die Finanzierung der Studien sei kein Problem, auch wenn sechsstellige Summen notwendig sind, meinte MVV-Geschäftsführer Alexander Freitag. „Das geht wohl über eine Verwaltungsumlage“, umständliche Beschlüsse von Kreistagen und Stadträten seien nicht notwendig. Auf jedes EMM-Mitglied kämen nur einige tausend Euro Kosten zu.

Ob sich ein Dachtarif für die Fahrgäste rechnen wird, ist noch offen. Kommt drauf an, meinte Herbert König, Chef des Münchner Tram-, Bus- und U-Bahn-Imperiums MVG. Wenn der EMM-Tarif billiger sein solle als die bisherigen Fahrkarten, dann müsse das jemand zahlen. Entweder werde Bahnfahren auf anderen Strecken teurer. Oder aber man gewinne Fahrgäste hinzu und erziele so Mehreinnahmen. Das gehe aber mit einem EMM-Tarif allein nicht, wichtiger sei ein Ausbau von Strecken – etwa des zweiten S-Bahn-Tunnels oder der U9 in München. Potenzial sei aber da: Heute fahren rund 150 000 Fahrgäste täglich tarifraum-überschreitend; fünf Prozent mehr sind locker drin.

Kleiner Nebeneffekt: Die Europäische Metropolregion München würde als eigener Akteur in der Verkehrspolitik endlich wahrgenommen. Auch der EMM „lebt von der Emotion“, sagte der Vizepräsident der IHK Schwaben, Gerd Finkbeiner.

Dirk Walter

Rubriklistenbild: © dpa

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