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Mission ohne Zwang: Pater Matthias war lange in Afrika.

Pfingstmission

Taten statt Worte

Pfingsten ist das Fest der Missionen: Ein deutscher Benediktiner in Afrika.

Pater Matthias Wetzel ist Missionar. Das Wort „Mission“ gefällt ihm aber nicht. Es klingt für ihn nach Zwang. Und Zwang ist das letzte, was er in den 35 Jahren in Ostafrika vermitteln wollte. Damals ging es vielen nur darum, den Glauben zu verbreiten. Der 77-jährige Benediktinermönch wollte etwas anderes: „Von Anfang an wollte ich den Menschen helfen: Seelisch, geistig und körperlich.“ Liberal nennt er seinen Ansatz. Das setzt er heute auch bei seiner Arbeit in Deutschland um: Vor mehreren Jahren ist er aus Afrika zurückgekehrt.

Pater Matthias hat sich für ein Leben im Kloster entschieden. Trotzdem war es die Liebe, die sein Leben bestimmt hat. Die Liebe zu den Menschen. Dabei hat er sich die Frage gestellt: „Wo kann ich mehr Menschen Liebe schenken?“ Als junger Mann hätte er auch heiraten können, eine Familie gründen. Doch als Missionar konnte er viel mehr Menschen erreichen. Nur zu predigen hat ihm dabei nie gereicht: Er wollte nah an den Menschen sein, ihnen seelisch beistehen.

Ein Moment ist Wetzel dabei besonders im Gedächtnis geblieben. Er erzählt von einer aidskranken Frau, die im Sterben lag. „Wie sie da so lag, hab ich mich gefragt: Was mach’ ich jetzt?“, sagt Wetzel. Die anderen hielten Abstand, aus Angst, sich anzustecken. Er wollte ihr Trost spenden. Also kniete er sich zu ihr, hielt einfach ihre Hand, streichelte ihre Wange. „So hat die Frau gespürt, ich mag sie“, sagt er. Dann bat sie ihn um die Krankensalbung. Kleine, aber einprägsame Augenblicke.

Bei seinen Missionseinsätzen war es ihm egal, ob die Menschen Katholiken, Moslems oder Atheisten waren. Er wollte ihre Freiheit respektieren: „Wo Zwang ist, da ist Gott nicht. In Gott ist Freiheit.“

(Benedikt Bögle und Caroline Deidenbach)

In verdeckter Mission

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