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Mit einem Seitenwagen fährt ein Teilnehmer auf dem Gelände des Elefantentreffens in Thurmansbang (Niederbayern).

Tausende Biker trotzen eisigen Temperaturen

Thurmansbang - Echten Bikern kann Kälte nichts anhaben - das stellen auch heuer wieder tausende Motorradfahrer in Niederbayern unter Beweis. Aus ganz Europa kommen sie zum 56. Elefantentreffen.

Die Luft riecht nach dem Rauch der unzähligen Lagerfeuer, immer wieder ist das Knattern von Motorrädern zu hören. Unzählige bunte Zelte sind auf einer Wiese aufgebaut, vom Tipi bis zum Mannschaftszelt. Davor sitzen kleine Grüppchen um Lagerfeuer und trotzen der Kälte. Tausende Motorradfahrer sind am Freitag ins niederbayerische Thurmansbang (Landkreis Freyung-Grafenau) gekommen. Einmal im Leben müsse jeder echte Biker das Elefantentreffen miterleben, heißt es beim Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM). Einmal im Leben? Der Niederländer Thijs Brummans ist heuer schon zum 22. Mal dabei.

“Ich treffe hier viele Freunde wieder - und die Russen bringen Kaviar mit“, erzählt er. Der 57-Jährige ist schon seit Montag da. Eigentlich ist zwar Freitag der Hauptanreisetag, aber der leidenschaftliche Biker konnte es wohl nicht erwarten. Ihm gehe es vor allem um die Stimmung, sagt der 57-Jährige. Mit seinen Freunden sitze er am liebsten am Lagerfeuer und singe Kinderlieder. Und: Sie müssen die Zeit nutzen, immerhin sehen sich die meisten von ihnen erst in einem Jahr wieder.

Grüne Elefanten und Sägewettbewerb im Schnee

Viele Biker haben an ihre Zweiräder extra Plüschelefanten angebracht. Der Name der Winterzusammenkunft reicht weit zurück. Das erste Treffen war 1956 bei Stuttgart. Damals kamen Fahrer der Zündapp-Gespanne KS 601 zusammen - die wurden “Grüne Elefanten“ genannt, so kam der Name des Treffens zustande. In diesem Jahr treffen sich die Biker zum 56. Mal.

Für viele ist allein die Anreise nach Niederbayern schon ein großes Abenteuer. Hinter Brummans etwa liegen rund 700 Kilometer, er ist im niederländischen Venlo daheim. An diesem Samstag sollte der Biker mit der weitesten Anreise gekürt werden. Brummans wird es wohl nicht sein - 2011 gewann ein Russe, der 5600 Kilometer zurückgelegt hatte. Die Auszeichnungen und die Spiele wie Tauziehen und ein Sägewettbewerb seien nur Beiwerk, sagt BVDM-Vorsitzender Michael Lenzen. “Es geht darum, dass die Biker selbst das Programm machen.“ Festzelte mit Live-Bands sucht man hier daher vergeblich.

Und die Motorradfans lassen sich die Stimmung durch nichts verderben. Nicht von der Kälte und dem rund 30 Zentimeter hohen Schnee und auch nicht von der Winterreifenpflicht für Motorräder. Lenzen findet die Regelung zwar nach wie vor unsinnig, da es nicht für alle Modelle entsprechende Reifen gebe. “Aber die Motorradfahrer hier stört das weniger.“ Möglicherweise lasse sich der eine oder andere von der Verordnung abschrecken, doch das wisse er erst, wenn die endgültigen Teilnehmerzahlen vorlägen. Das Biker-Treffen dauert bis diesen Sonntag. Laut BVDM ist es das weltweit älteste und größte Wintertreffen für Motorradfahrer.

“Genauso wie letztes Jahr sieht es die Polizei nicht als ihre Hauptaufgabe an, die Einhaltung der Winterreifenpflicht zu kontrollieren“, sagt ein Polizeisprecher in Grafenau. Das bedeute aber nicht, dass die Beamten bei den Bikern ein Auge zudrückten. “Es ist niemandem geholfen, wenn jemand zu Schaden kommt.“ Das Wichtigste sei, dass die Veranstaltung reibungslos über die Bühne gehe. In der Vergangenheit kamen oftmals um die 5000 Motorradfahrer zum Elefantentreffen, die größte Gruppe sind dabei nach den Deutschen meist die Italiener. Aber auch Engländer, Franzosen oder Spanier zieht es immer wieder in den Bayerischen Wald.

dpa

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