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Zehntausende Gläubige nahmen in ganz Bayern an den Prozessionen teil.

Tausende bei Fronleichnams-Prozessionen

München/Passau/Bamberg - Tausende Gläubige haben am Donnerstag in Bayern Fronleichnam gefeiert. Der Münchner Kardinal Marx forderte die Gläubigen zur Einheit der Kirche auf.

Zu einem der Höhepunkte des Kirchenjahres hat sich Petrus gnädig gezeigt: Die Gläubigen der fast 4000 katholischen Gemeinden in Bayern konnten das Fronleichnamsfest am Donnerstagvormittag mit den traditionellen Prozessionen unter freiem Himmel feiern. In München versammelten sich nach Angaben des Erzbischöflichen Ordinariats mehr als 3000 Katholiken auf dem Marienplatz. Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx, rief in seiner Predigt zur Einheit der Kirche auf.

Die heftigen Debatten der vergangenen Monate etwa über die Zukunft Europas, die Energiewende, den Schutz des Lebens und die Präimplantationsdiagnostik zeigten ebenso eine breite Ratlosigkeit wie die Diskussion um die Kirche selbst, hieß es in einer Mitteilung. “Wenn wir die Hoffnungslosigkeit der Welt durch unsere eigene Ratlosigkeit verdoppeln, dann hat die Kirche ihren Sinn verloren“, warnte Marx.

Der Passauer Bischof Wilhelm Schraml appellierte an die Gläubigen, Verantwortung für die Gesellschaft zu übernehmen. “Uns darf es nicht gleichgültig sein, was in der Welt und was mit den Menschen geschieht“, sagte er bei der Prozession durch die Passauer Altstadt.

In Bamberg hat Erzbischof Ludwig Schick die Katholiken dazu aufgerufen, ihr christliches Leben und Denken öffentlich zu zeigen. Wie kein zweites Fest zeige Fronleichnam, dass “Glaube und Religion, Christentum und christliches Leben sich nicht in Kirche und Sakristei zurückziehen oder darauf eingegrenzt werden dürfen“, sagte Schick.  

Seit dem 14. Jahrhundert veranstaltet die Kirche farbenprächtige Prozessionen an Fronleichnam. Die Katholiken verehren die Eucharistie, also die symbolische Umwandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi während der Messfeier. In Bayern finden die größten Prozessionen in München und Altötting statt.

Ein besonders malerisches Bild hätte bei besserem Wetter die Seeprozession am oberbayerischen Staffelsee geboten. Um eine Fähre mit dem Allerheiligsten gruppieren sich dann rund 70 Ruderboote. Die Wasser-Prozession bei der Ortschaft Seehausen fiel aber aus, die Boote blieben am Ufer. Auch im Vorjahr wurde die Prozession wegen schlechten Wetters abgesagt.

dpa

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