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Wolfratshausens Bürgermeister Helmut Forster montiert ein neues Nummernschild an seinem Privatwagen. „EH“ steht für die Vornamen des Ehepaars Forster. Mit WOR darf der Bürgermeister nach gut 40 Jahren nun wieder seine Heimatstadt auf dem Nummernschild tragen.

Ansturm auf Altkennzeichen 

Tausende reservieren WOR und AIB

Heimatgefühle auf dem Nummernschild. Seit Mittwoch können Fahrzeug-Besitzer 57 Altkennzeichen wieder verwenden. Die Resonanz bei den Landratsämtern ist verschieden. Und manche übertreiben’s mit ihrer Heimatliebe.

„E“ steht für Elsa, „H“ für Helmut. Das Wichtigste am neuen Kennzeichen von Wolfratshausens Bürgermeister Helmut Forster dürfte aber das WOR sein. Forster gehört zu jenen knapp 90 Bürgern, die das irgendwie fremdgebliebene TÖL (für Bad Tölz) wieder gegen ihr Altkennzeichen eingetauscht haben. Seit Mittwoch ist das möglich. Über 900 weitere Bürger haben ihre Wunsch-Kennzeichen im Internet reserviert – Stand Freitag.

Georg Fischhaber nennt das „eine gewisse Anfangseuphorie“. Eine, mit der selbst er als Leiter der Verkehrsabteilung im Landratsamt

Wolfratshausens Bürgermeister Helmut Forster montiert ein neues Nummernschild an seinem Privatwagen. „EH“ steht für die Vornamen des Ehepaars Forster. Mit WOR darf der Bürgermeister nach gut 40 Jahren nun wieder seine Heimatstadt auf dem Nummernschild tragen.

Bad Tölz-Wolfratshausen kaum gerechnet hätte. Dabei ist der Andrang in anderen Regionen noch größer. Das Landratsamt Rosenheim etwa meldet 2314 Reservierungen. 256 Bürger haben bereits jetzt AIB (für Bad Aibling) und WS (für Wasserburg) an ihre Fahrzeuge geschraubt.

Die hohe Resonanz wird mit Heimatverbundenheit zu tun haben. Aber es gibt auch andere Beweggründe. Ein Bürger aus Starnberg etwa hat gleich 80 Buchstabenkombinationen reserviert. Vielleicht mit dem Gedanken, ein Geschäft mit den Schildern zu machen, vermutet Fischhaber. Kennzeichen werden aber nur auf einzelne Fahrzeuge und Namen ausgestellt. „Nutzt also nix.“

Das Gegenbild liefern zwei angrenzende Landkreise. Erst drei Anträge gingen im Landratsamt München ein, und damit einer weniger als beim Nachbarn in Starnberg. „Wir haben mit dem großen Andrang auch nicht gerechnet“, sagt Wolfgang Tenzer, Leiter des Bürgerservice im Landratsamt Starnberg. Der Grund: In beiden Kreisen sind nur die Bewohner kleiner Gemeinden oder einzelner Ortsteile zur Nutzung der Altkennzeichen berechtigt.

Immerhin: Dort kennt man die Anträge auf Um- oder Neumeldung en détail. In einem Fall, sagt Tenzer, habe ein Starnberger sein Motorrad auf WOR zugelassen. Musste sein, denn es sollte zu seinem alten Bulldog passen. Der ist eines der genau 31 Starnberger Fahrzeuge, die seit 40 Jahren durchgehend mit WOR-Kennzeichen fahren durften. Kleine Ausnahme – trotz Gebietsreform.

Gerade Rosenheim und Wolfratshausen rechnen mit zahlreichen weiteren Anmeldungen. Die Nachbarn aus dem schwäbischen Ostallgäu machen’s ihnen vor. Dort wurden bis Freitag 148 Fahrzeuge auf MOD (Marktoberdorf) zugelassen, 271 auf FÜS (Füssen). Doch selbst hier scheint die große Zulassungs-Welle noch zu kommen. 3674 Reservierungen stehen in der Warteschlange.

Im Kreis Weilheim-Schongau beobachten sie das alles – noch. Hier geht’s am 1. August mit Reservierungen los, ab 16. September starten die Zulassungen. „Anfang der Woche haben viele angerufen und nachgefragt“, sagt ein Sprecher des Landratsamts. „Die Bürger wollen das.“

Marcus Mäckler

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