400 kranke Tiere getötet

TBC-Massentest bei Rindern

München/Sonthofen – Nach dem Ausbruch von Rinder-Tuberkulose im Allgäu haben die Behörden großflächige Reihen-Untersuchungen angeordnet.

In den elf Landkreisen „entlang der Alpenkette“ sollen alle über zwölf Monate alten Rinder getestet werden, erklärte das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL).

Im Milchland Allgäu sind in den vergangenen Wochen schon über 400 Rinder getötet worden. Ausgebrochen war die ansteckende Infektionskrankheit im Landkreis Oberallgäu. Allein hier wurden bisher 714 Betriebe untersucht, in knapp 150 Ställen reagierten ein oder mehrere Rinder positiv auf den Test. „Wir beobachten das sehr aufmerksam“, sagte LGL-Sprecherin Katrin Grimmer gegenüber unserer Zeitung.

Ein Expertenstab ihrer Behörde entschied gestern, die Untersuchungen über das Allgäu hinaus auszudehnen. „In den nächsten Monaten“ solle der Bestand an über zwölf Monate alten Rindern flächendeckend in den Landkreisen des Allgäus sowie in den Kreisen Lindau, Weilheim-Schongau, Garmisch-Partenkirchen, Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Traunstein, Rosenheim und Berchtesgadener Land kontrolliert werden. Insgesamt handelt es sich um 570 000 Tiere. Vorab werde eine Stichprobe von insgesamt 1000 Rindern in den elf Landkreisen „so schnell wie möglich“ untersucht, erklärte die Sprecherin. Ziel sei es dabei, einen raschen Überblick zu bekommen, ob sich die Krankheit schon über das Allgäu hinaus ausgebreitet hat. Die Untersuchung erfolge durch Mediziner der Veterinärämter, die den Landratsämtern angegliedert sind. „Selbstverständlich werden die Landwirte vorher informiert.“ Angewendet werde ein Simultantest. Dabei wird ein Präparat über die Haut injiziert.

Offen sind die Übertragungswege von Rinder-TBC. Mutmaßungen, die Rinder könnten sich auf Weiden über Rotwild angesteckt haben, wies der Bayerische Jagdverband zurück. Allerdings seien zuletzt Hirsche positiv auf TBC getestet worden.

dw

Rubriklistenbild: © dpa

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