Tegelbergbahn will Geschädigte einladen

Schwangau/Kempten - Die Tegelbergbahn nahe Schloss Neuschwanstein, an der sich durch den Unfall eines Gleitschirmfliegers ein Seilbahndrama ereignete, will den Geschädigten einen kostenlosen Kurzurlaub im Allgäu ermöglichen.

“Wir wollen die Gäste nächstes Jahr nach Schwangau einladen - mit Hotelaufenthalt und Schlossbesuch. Das verlangt die Höflichkeit nach allem, was die Leute hier erlebt haben“, sagte Franz Bucher, Geschäftsführer der Bergbahn, der Nachrichtenagentur dpa. Zwar gehöre auch die Tegelbergbahn zu den Geschädigten. Dennoch sei es ihm wichtig, sich bei den Menschen, die eine nervenaufreibende Nacht in der Gondel verbringen mussten, erkenntlich zu zeigen.

Knapp zwei Monate ist es her, dass sich ein Gleitschirmflieger mit seinem Schirm in den Tragseilen der Tegelbergbahn verfangen und sie damit blockiert hatte. Der Pilot und sein Tandem-Mitflieger kamen mit leichten Verletzungen davon. 20 Menschen mussten mehr als 18 Stunden in einer festsitzenden Gondel in 100 Meter Höhe ausharren. Erst am darauffolgenden Morgen konnten die Eingeschlossenen, darunter auch Kinder, mit Hilfe von Hubschraubern befreit werden.

Die Ermittlungen in diesem Fall dauern nach Angaben der Staatsanwaltschaft Kempten noch an. Wie Sprecherin Katrin Eger sagte, stehe ein Gutachten noch aus. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Piloten wegen fahrlässiger Körperverletzung sowie eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr.

Geschäftsführer Bucher beziffert den Schaden der Bergbahn inklusive eines Umsatzausfalls von zweieinhalb Tagen auf 80 000 bis 90 000 Euro. “Da sind allerdings die Bergungskosten noch nicht dabei. Und so eine großangelegte Rettungsaktion kostet viel Geld.“ Wer für den gesamten Schaden aufkommt, ist bislang noch unklar.

dpa

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