Telefonsex – das ist dem Bischof zu heiß

Gotteszell - Telefonsex und Kirche – dass das nicht zusammenpasst, dürfte einleuchten. Die Macher der Heimatkomödie Eine ganz heiße Nummer stehen beim Dreh vor einem Problem.

Und wenn der Telefonsex, bei dem es in der Heimatkomödie Eine ganz heiße Nummer geht, dazu gedacht ist, dass drei g’standene Niederbayerinnen nicht ins finanzielle Nirwana abstürzen?

Schauspieler wie Gisela Schneeberger, Rosalie Thomass, Bettina Mittendorfer und Sigi Zimmerschied stehen zurzeit für den Film in den Bayerwaldorten Kollnburg und Gotteszell vor der Kamera von Ueli Steiger (The Day after Tomorrow). Dabei sind auch Szenen in der Kirche geplant. Vor einer Woche gab es deswegen schon Stress. Denn für die Kirche von Gotteszell – wo ursprünglich gedreht werden sollte, verweigerte das Bistum Regensburg plötzlich die Aufnahmen.

Immerhin gab es Ersatz. Die Pfarrei St. Magdalena in Kirchaitnach (Gemeinde Kollnburg) sprang ein. Zunächst kein Problem, zumal in der Kirche eh keine schlüpfrigen Sachen g’sagt werden sollten. Doch das Bistum sah dies anders. Sprecher Jakob Schötz bedeutete: „ … darf ich Ihnen mitteilen …, dass die geplanten Dreharbeiten im Kircheninnern nicht durchgeführt werden können.“ Grund: „Ein Gotteshaus als liturgischer Raum, in dem die Heilige Messe gefeiert wird und die Gläubigen beten, kann nicht in Zusammenhang mit Telefonsex gebracht werden. Wir bitten hierfür um Verständnis.“

Kollnburgs Bürgermeisterin Josefa Schmid (CSU) akzeptiert dies zwar, kann aber die Entscheidung nicht nachvollziehen. Schließlich handle es sich bei dem Streifen um einen seriösen Kino- und nicht um einen Sexfilm. „Ich bin selbst konservativ, aber nach meiner Meinung ist nichts Anstößiges in dem Skript.“ Vielleicht hängt das Verbot auch mit der Person des Kabarettisten Zimmerschied zusammen, der ausgerechnet den Pfarrer spielt. Der 57-Jährige reibt sich schließlich gerne am Klerus, gleich zum Beginn seiner Karriere wurde er in den 70ern etwa wegen Gotteslästerung angezeigt. Zimmerschied im Wochenblatt: „Natürlich habe ich früher die Kirche bekämpft, allerdings nur in meinen Kabarettprogrammen.“

Nun beginnt also die Suche nach einer neuen Kirche. Bürgermeisterin Schmid hat da schon was im Sinn. Ob’s gelingt, weiß man im Herbst 2011: Dann kommt die ganz heiße Nummer in die Kinos.

MC

Rubriklistenbild: © dpa

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