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Wird wieder  durch das Herbstlaub gebremst: Die Münchner S-Bahn.

Herbstlaub-Problem

Tempolimit: „Bringschuld“ bei S-Bahn

München - Das Herbstlaub zwingt die S-Bahn wie schon in den Vorjahren zum Tempolimit. Die Bahn habe es bislang versäumt, „sicherheitsrelevante Unterlagen“ einzureichen, kritisiert das Eisenbahn-Bundesamt in Bonn.

Es klingt antiquiert, ist aber offenbar die Zukunftslösung: Die Bahn will mit dem Einbau von Besandungsanlagen verhindern, dass ein S-Bahnzug wegen Herbstlaubs auf den Schienen „durchrutscht“. 238 S-Bahnzüge sollen mit Besandungsanlagen nachgerüstet werden – das Material liegt schon bei einem Bahnwerk in Nürnberg bereit, wie der Münchner S-Bahn-Chef Bernhard Weisser am Montag sagte. Doch das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) in Bonn hat die Genehmigung dafür noch nicht erteilt. Daher muss die S-Bahn wie berichtet ab 15. September das Tempo drosseln, auf einigen Linien (S 2, S 5, S 6 und S 7) entfallen Züge.

Auf Nachfrage bestätigte Bundesamt-Sprecher Ralph Fischer, dass die S-Bahn München „die Bringschuld“ habe. „Es fehlen sicherheitsrelevante Unterlagen“, betonte der Sprecher. „Es ist noch eine Menge zu tun, es geht nicht nur um ein Formblatt.“

Eines der Probleme ist der bislang fehlende Nachweis, dass der Sand auf den Schienen nicht zu Störungen bei der Sicherheitstechnik führt. Unter anderem arbeitet dieses System mit Schwachstrom, der über die Schienen geführt wird und sicherstellt, dass jeder Zug auf der Strecke auch registriert ist. Zudem ist „nicht abschließend geklärt“, wie sich die neuen Lasten unter den Fahrzeugen auf Achsen und Räder auswirken. Die Behörde verwahre sich gegen den mitschwingenden Vorwurf, zu langsam zu arbeiten und die Genehmigung für den Einbau von Besandungsanlagen zu verzögern.

Bei der S-Bahn München sieht man keinen Widerspruch zu den Aussagen von Weisser. Dieser habe immer betont, dass die Bahn „in einem engen Dialog“ mit dem EBA stehe. In einem „iterativen Prozess“ würden fortlaufend Unterlagen zwischen Bonn und München hin und her geschickt. Doch erwarte die S-Bahn die Genehmigung für den Einbau „so schnell wie möglich“, sagte eine Bahnsprecherin. Auf einen Zeitraum legt sich die S-Bahn aber nicht fest. Schon im Herbst 2008 hatte der damalige S-Bahn-Chef Michael Wuth versichert, das Problem im Herbst 2009 im Griff zu haben. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein.

Der Sprecher der „Aktion Münchner Fahrgäste“, Andreas Nagel, sieht den Grund für die neuerliche Einschränkung in Fehlern in der Vergangenheit. Obwohl das Problem mit dem Herbstlaub schon seit 2003 bekannt sei, habe es die S-Bahn jahrelang versäumt, „richtig Geld in die Hand zu nehmen“. Der erst seit Januar 2009 amtierende neue S-Bahn-Chef Weisser bemühe sich nach seinem Eindruck sehr, dies zu korrigieren. Wie berichtet, sollen die neuen Besandungsanlagen 27 Millionen Euro kosten.

Dirk Walter

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