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Das Trümmerfeld in Zwickau durchsuchen Polizisten nach weiteren Hinweisen.

Das Terror-Bekenntnis der Neonazis

München - Eine weitere Festnahme, ein zynisches Bekennervideo und der Verdacht, die Täter könnten noch mehr Anschläge begangen haben: Die Morde der rechten Terrorgruppe aus Zwickau ziehen immer weitere Kreise. Die Terroristen könnten sogar für den Verfassungsschutz gearbeitet haben.

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Was genau geschah in diesem Haus?

Es ist ein Bekennervideo, wie es zynischer kaum sein kann: Zur Musik des Rosaroten Panthers führt die Zeichentrickfigur „Paulchen Panther“ Beweise für die Bluttaten vor, die Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe in den vergangenen elf Jahren begangen haben. Zu sehen sind laut „Spiegel“ Fotos der Opfer der so genannten Döner-Morde, die kurz nach den Taten aufgenommen wurden. „Heute Aktion Dönerspieß“ heißt es in dem Film, in dem sich die Terror-Gruppe selbst den Namen „Nationalsozialistischer Untergrund“ gibt. Auch eine Nagelbombe wird in dem etwa 15 Minuten langen Streifen gezeigt, es ist offenbar die Höllenmaschine, die 2004 in einer überwiegend von Türken bewohnten Gegend Kölns zur Explosion gebracht wurde. Bislang war auch dieses Attentat mit 22 Verletzten ungeklärt.

Gefunden haben die Ermittler das Bekennervideo laut „Spiegel“ auf vier DVDs im Schutthaufen des Hauses in Zwickau, das Zschäpe zur Explosion gebracht haben soll. Dort lag auch die Tatwaffe der Döner-Morde, von denen fünf in Bayern verübt worden waren. Die DVDs sollten offenbar verschickt werden. In einem Landesbüro der Linkspartei in Halle (Sachsen-Anhalt) war bereits in der ersten Wochenhälfte eine solche DVD angekommen.

Die Ermittler halten für möglich, dass noch weitere Taten auf das Konto der Terrorgruppe gehen. Ein Anschlag auf die Wehrmachtsausstellung 1999 und der Angriff auf den Passauer Polizeidirektor Alois Mannichl 2008 sind beispielsweise ungeklärt (siehe Text unten).

Noch drängender ist für die Fahnder die Frage, ob das Terror-Trio Unterstützer hatte. Ob es sich also um ein ganzes Netzwerk rechtsextremer Terroristen gehandelt haben könnte. Am Sonntag nahmen die Ermittler einen vierten Verdächtigen fest. Holger G., 37, lebt in der Nähe von Hannover. Er sei verdächtig, Mitglied „Nationalsozialistischer Untergrund“ zu sein, heißt es in einer Mitteilung der Bundesanwaltschaft, die die Ermittlungen übernommen hat.

Beim niedersächsischen Verfassungsschutz fiel G. 1999 durch eine Teilnahme an Demonstrationen gegen die Wehrmachtsausstellung auf. 2003 sei er letztmals aktenkundig geworden. In den letzten Jahren habe er sich „nicht rechtsextrem betätigt“, sagte gestern der Präsident der Behörde, Hans-Werner Wargel.

Die Ermittler fanden im Schutt des Zwickauer Hauses aber angeblich auch noch Dokumente, die den Fall zu einem handfesten Geheimdienstskandal machen könnten. Nach Informationen der „Bild“ stieß die Polizei auf echte amtliche Papiere, die aber auf falsche Identitäten ausgestellt wurden. „Wenn das stimmt, was man hört, dass es sich um amtliche Dokumente handelt, können sie nur vom zuständigen Landesamt für Verfassungsschutz stammen“, sagte der innenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, Hans-Peter Uhl, unserer Zeitung. Es gebe nur zwei Personengruppen, die mit solchen Ausweisdokumenten ausgestattet würden: Verdeckte Ermittler, so genannte V-Leute, der Geheimdienste und Menschen in Zeugenschutzprogrammen. Da die zweite Möglichkeit im Fall der Neonazi-Gruppe ausscheide bleibe nur die Variante der Geheimdienst-Spitzel. „Wenn man diese Leute als verdeckte Ermittler einsetzt, muss man sie auch führen“, sagte Uhl.

Von Philipp Vetter

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