Auf A8 geschnappt

Bruder fordert mutmaßlichen Waffenkurier zu Aussage auf

München - Die Polizei hat im Fall des in Bayern gefassten mutmaßlichen Waffenkuriers keine neuen Erkenntnisse. Schleierfahnder hatten den Mann am 5. November auf der A8 nahe Rosenheim kontrolliert.

„Die Überprüfung durch die Polizeibehörden in Frankreich und Montenegro hat ergeben, dass der Mann bisher polizeilich nicht in Erscheinung getreten ist“, sagte ein Sprecher des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) am Dienstag in München.

Nach wie vor konnten die Ermittler keine Verbindung zwischen den Terroranschlägen in Paris und dem 51-Jährigen aus Montenegro herstellen. Dennoch ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft nach dem Fund des Waffenarsenals im Auto des Mannes wegen der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Schleierfahnder hatten den Mann am 5. November auf der Autobahn Salzburg-München (A8) nahe Rosenheim kontrolliert und in dessen Leihwagen Handgranaten, Kalaschnikow-Gewehre, einen Revolver und TNT-Sprengstoff gefunden. Im Navigationsgerät war Paris als Ziel eingegeben.

Nach einem Bericht des ARD-Magazins „Fakt“ (Dienstag, 21.45 Uhr) hat die montenegrinische Polizei bis Sonntagabend weder die Wohnung des mutmaßlichen Waffenkuriers durchsucht noch Angehörige befragt. Der Bruder des in U-Haft sitzenden 51-Jährigen sagte dem Magazin, ein anonymer Anrufer habe bei dem Autoverleiher nach dem Verbleib des Mietwagens gefragt. Der Bruder forderte den Tatverdächtigen laut dem Bericht auf, in Deutschland auszusagen. „Hilf dir selbst, erzähle der Polizei in Deutschland, was du weißt - es gibt keine Geheimnisse“, schrieb er seinem Bruder demnach in einem Brief.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa (Symbolbild)

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