Sie sollen Sprengstoffanschlag auf Flüchtlingsheim geplant haben

Terrorprozess gegen rechtsextreme „Oldschool Society“ vor dem Ende

München - Terror, Sprengstoff, Nagelbomben: Die rechtsextreme „Oldschool Society“ soll Anschläge auf Flüchtlingsheime geplant haben. Die Bundesanwaltschaft will die Angeklagten hinter Gitter schicken.

Der Terrorprozess gegen die rechtsextreme „Oldschool Society“ geht nach einem knappen Jahr in die Endrunde. Mit einem Urteil wird Mitte März gerechnet. Das Oberlandesgericht München hat für den Ende April 2016 gestarteten Prozess noch fünf Termine bis Ende März festgesetzt, die aber möglicherweise nicht alle gebraucht werden. Am Mittwoch hatte die Bundesanwaltschaft ihr Plädoyer gehalten und langjährige Haftstrafen verlangt.

Die Anklage forderte sechseinhalb Haft für den 58 Jahre alten Anführer, einen Maler aus Augsburg, sowie sieben Jahre für seinen 41 Jahre alten Stellvertreter aus dem sächsischen Borna, wie der Anwalt eines Angeklagten, Hans-Dieter Stoffer, am Donnerstag auf Anfrage sagte. Für Stoffers Mandanten, einen 48-Jährigen aus Bochum, will die Bundesanwaltschaft viereinhalb Jahre Haft und für eine 24 Jahre alte Frau aus Sachsen fünfeinhalb Jahre. Der Bayerische Rundfunk hatte zuerst über die Plädoyers berichtet.

Wollten wohl zerstörerische Wirkung mit Nägeln erhöhen

An zwei Terminen im Februar sowie einem dritten am 9. März werden voraussichtlich die Verteidiger plädieren, wie Stoffer sagte. Damit könnte es am 15. März ein Urteil geben.

Die Bundesanwaltschaft wirft dem Quartett die Bildung einer terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags auf ein Flüchtlingsheim in Sachsen vor. Dazu besorgten zwei der Angeklagten in Tschechien illegale Feuerwerkskörper. Die beiden mutmaßlichen Rädelsführer tauschten sich dann am Telefon aus, wie sie die zerstörerische Wirkung mit Nägeln erhöhen könnten.

Die Mitglieder der rechtsextremen Gruppe hatten sich über soziale Netzwerke und Messaging-Dienste zusammengefunden. Sie wurden festgenommen, bevor es zu einer Bluttat kam. Die Angeklagten hatten im Prozess betont, sie hätten nie eine Tat geplant - es sei nur geredet worden.

dpa

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