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Die Immobilienpreise in München und im dazugehörigen Speckgürtel ziehen auch weiterhin massiv an.

Teurer Wohnen in Oberbayern

Immobilienpreise ziehen rasant an

München - Der Traum von der eigenen Immobilie bleibt für viele Oberbayern auch künftig unerfüllbar. Die Preise für Wohnungen und Häuser ziehen rasant an.

Die Immobilienpreise in München und im dazugehörigen Speckgürtel ziehen auch weiterhin massiv an. So kosteten etwa Grundstücke für den Bau eines Einfamilienhauses in Oberbayern im Frühjahr dieses Jahres bereits knapp fünf Prozent mehr als noch im Herbst 2013. Und für eine neugebaute Doppelhaushälfte mussten die Käufer im größten Regierungsbezirk des Freistaats sogar 5,8 Prozent mehr bezahlen. Das geht aus einer vom Immobilienverband Deutschland Süd (IVD) herausgegebenen Studie hervor.

Auch bayernweit würden im Frühjahr 2014 „alle Kaufmarktsegmente eine steigende Tendenz aufweisen“, so IVD-Vorstandsmitglied Günther Gültling. Am stärksten sind im Freistaat den Zahlen des Verbands zufolge die Baugrundpreise für den Geschossbau angestiegen. Hier liegt der Zuwachs seit Herbst 2013 bei 4,2 Prozent.

Spitzenreiter bei der Immobilien-Rallye ist wie so oft München: Für eine neugebaute Eigentumswohnung mussten Käufer dort im Durchschnitt der Monate Januar bis März sogar 5,1 Prozent mehr hinlegen als noch im Herbst vergangenen Jahres. Die Preise für neugebaute Doppelhaushälften legten gar um 6,7 Prozent zu. Mit 4,1 Prozent vergleichsweise gering war das Preisplus bei freistehenden Einfamilienhäusern – von denen es in München allerdings nicht allzu viele gibt.

Bei der Festlegung der Kaufpreise bezieht sich der Immobilienbericht auf die Aussagen von Marktteilnehmer wie Maklern oder Baufirmen.

Der Leiter der IVD-Studie, Stephan Kippes, sieht bislang keine Gefahr, dass sich der Markt an der Isar überhitzen könnte: „Es kann hier nach wie vor nicht von einer Immobilienblase gesprochen werden.“ Jedoch müsse die Lage auch weiter „kritisch beobachtet werden“. Andere Experten hatten dagegen jüngst vehement vor einer Immobilienblase im hochpreisigen Segment gewarnt.

IVD-Mann Kippes rechnet auch künftig mit steigenden Immobilienpreisen: „Insbesondere, wenn die Niedrigzinspolitik anhält.“ Hauptpreistreiber seien die „schlechten Rahmenbedingungen“. Dazu gehören die hohen Baukosten. Aber auch die Baugrundpreise für Geschossbau sind laut IVD bayernweit um durchschnittlich 36 Prozent gestiegen.

Obwohl die Mieten ebenfalls rasant steigen, halten sie mit den gesteigenen Immobilienpreisen nicht Schritt. Die Landeshauptstadt sei trotz ihrer teuren Mieten wegen der im Vergleich zu anderen Städten geringen Renditen beim Mietwohnungsbau kaum noch attraktiv, sagt Rudolf Stürzer, Chef des Haus- und Grundbesitzervereins München. Schuld daran sei auch die mangelnde steuerliche Förderung des Wohnungsbaus.

Stürzer warnt zudem davor, die gesetzlichen Anforderungen bei der Energetik eines Objekts an die Investoren ständig zu verschärfen, weil dies die Kosten in die Höhe treibe. „Das verschreckt die Investoren massiv“, warnt er.

Unterstützung bekommt Stürzer vom Münchner Mieterverein: „Der Staat muss den Wohnungsbau dringend entlasten“, sagt eine Sprecherin.

von Tobias Lill

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