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Bisher DB-Knotenpunkt, ab Ende 2013 Meridian-Schwerpunkt: der Bahnhof Rosenheim.

Ticket-Chaos nach Bahnnetz-Übernahme?

München/Rosenheim – Die SPD befürchtet „Kleinstaaterei“ im oberbayerischen Eisenbahnverkehr. Grund ist die Vergabe des sogenannten E-Netzes Rosenheim an den französischen Konzern Veolia, der die Strecken München-Rosenheim-Salzburg, Rosenheim-Kufstein sowie Holzkirchen-Rosenheim von der Deutschen Bahn übernimmt.

Ab Ende 2013 fahren die Veolia-Züge unter der Marke „Meridian“. Der SPD-Verkehrspolitiker Thomas Beyer greift Vorwürfe des Fahrgastverbands Pro Bahn auf und wirft der staatlichen Bayerischen Eisenbahngesellschaft vor, bei der Ausschreibung Klarstellungen zum Tarifsystem versäumt zu haben. Zu befürchten seien „gravierende Verschlechterungen für Fahrgäste“, falls die Tickets von DB und Meridian nicht wechselseitig übertragbar seien. In der Ausschreibung sei dies jedenfalls nicht festgeschrieben worden.

BEG-Chef Fritz Czeschka spricht von „problematischen“ Vorwürfen. Beyer verkenne, dass Einigungen über Ticketpreise den Unternehmen nicht durch den Staat vorgeschrieben werden könnten. In der Tat sei aber eine Übereinkunft zwischen der DB Fernverkehr und Meridian wünschenswert. Als Beispiel nennt er folgenden Fall: Ein Fahrgast mit einem Jahresabo für den ICE München-Rosenheim sieht in München, dass der ICE Verspätung hat und will kurzfristig in den nächsten Nahverkehrszug einsteigen. Bisher ist das kein Problem, denn ein DB-ICE-Ticket gilt auch für den DB-Regionalexpress. Wenn aber Meridian die Nahverkehrszüge übernimmt, könnte ein Extra-Ticket notwendig sein – es sei denn, Meridian einigt sich mit der DB-Fernverkehr über Entschädigungen. Davon geht Czeschka freilich aus.

Nicht gelöst ist freilich, wie folgender, offensichtlich komplizierter Fall gelöst werden kann: ein Fahrgast will von Weilheim nach Berchtesgaden. Ab Ende 2013 muss er dafür die Züge dreier Unternehmen nutzen: DB Regio, Meridian und Berchtesgadener Landbahn. Die Fahrkartenautomaten der DB verkraften das nicht – sie können maximal zwei Bahngesellschaften kombinieren. „Ich wüsste nicht, wie man das lösen könnte“, gesteht Czeschka.

Dirk Walter

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