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Mit einer Onlinepetition wollen Schülervertretungen einen kostenlosen Schulweg durchsetzen.

Tickets für alle

Onlinepetition: Kostenfreie Schulwege in Bayern

München - Bildung muss für Jugendliche frei zugänglich sein und darf nicht an zusätzliche Bedingungen wie Fahrtkosten geknüpft sein. Das fordert eine Onlinepetition in Bayern. 

Tickets für alle - so nennt sich die Kampagne für einen kostenfreien Schulweg in Bayern. Die Stadtschülervertretungen (SSV) München, Augsburg und Nürnberg haben diese ins Leben gerufen. Johannes Hör (19) ist im Vorstand der SSV Augsburg, hat im vergangenen Jahr sein Abitur gemacht und hat die Onlinepetition zum kostenfreien Schulweg in Bayern erstellt.

"Wir haben ein enorm hohes Feedback von den Schülern", erzählt Hör. Auch auf andere Bundesländer ist das Engagement der Bayern mittlerweile übergeschwappt: Auch in Hessen und Niedersachsen gibt es ähnliche Aktionen.

Die Onlinepetition: Kostenübernahme gilt bisher nur in bestimmten Fällen

Die Forderung der Petition: die vollkommene Kostenfreiheit des Schulwegs. Philip Hierhager ist Schülersprecher am Karolinengymnasium in Rosenheim. Der 16-Jährige besucht die 10. Klasse, ab nächstem Schuljahr muss er pro Jahr etwa 400 Euro für seinen Schulweg zahlen. Gleiches gilt für seine Zwillingsschwester. 

Denn: Zur Zeit wird nur ein kostenloser Schulweg bis zur 10. Klasse gewährleistet. "Das ist meiner Ansicht nach nicht ausreichend und benachteiligt die Eltern und Schüler der gymnasialen Oberstufe", erklärt Schülersprecher Hierhager. In einigen Fällen können Familien eine Unterstützung oder komplette Finanzierung des Schulwegs beim Freistaat Bayern beantragen.

Die zweite Forderung der Petition: Geringere Preise der öffentlichen Verkehrsmittel für Jugendliche

Eine zweite Forderung der Kampagne: eine Verringerung der Preise einer Monatskarte für Jugendliche im ÖPNV (Öffentlicher Personennaverkehr). Angedacht ist eine Obergrenze von 15 Euro im Monat, heißt es in der Petition. Die Preise für Monatstickets variieren etwa zwischen 40 und 50 Euro. "Alle Jugendliche sollten so die Möglichkeit haben, kulturelle, sportliche und soziale Angebote zu nutzen", erklärt Hierhager. Der Weg dorthin über öffentliche Verkehrsmittel müsse für Jugendliche finanziell verkraftbar sein. 

Momentan haben bei der Petition knapp über 3000 Befürworter ihre Unterschrift abgegeben. Mitinitiator Hör ist darüber enttäuscht. "Aber das kann noch werden" ist sich der 19-Jährige sicher. In Nürnberg und Augsburg gab es bereits Aktionen, um die Petition publik zu machen. An seiner Schule in Rosenheim versucht Hierhager mit seinen Mitstreitern, Kettenbriefe per Whatsapp und E-Mail zu versenden und so Aufmerksamkeit zu erregen. Noch gut 70 Tage bleiben den Verantwortlichen, um möglichst viele Befürworter zu finden.

Nina Probst

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