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Es wird nass: Bis mindestens Freitag ist der Regenschirm ein wichtiger Begleiter.

Trübe Aussichten

Tief Erik bringt tagelang Dauerregen in Bayern

München - Tagelang Dauerregen, Temperaturen um die zehn Grad und am Himmel dicke graue Wolken – Tief Erik bringt nichts Erfreuliches nach Bayern.

„Erik“ bringt Nathalie Stahl nicht aus der Ruhe. Das Tiefdruckgebiet, das sich gerade im Alpenvorland ausbreitet, ist zwar nicht erfreulich – aber auch nicht besorgniserregend, sagt die Sachgebietsleiterin beim Hochwassernachrichtendienst im Wasserwirtschaftsamt in Weilheim. Der Dauerregen, den der Deutsche Wetterdienst bis Donnerstagabend angekündigt hat, ist nicht intensiv genug, um schon eine Hochwasserwarnung an Landkreise und Gemeinden herauszugeben. Im Alpenvorland könnten zwar bis Donnerstagabend bis zu 100 Liter pro Quadratmeter fallen. „Aber das verkraften unsere Böden“, sagt Stahl. „Bei dem August-Hochwasser 2005 waren es zehn Liter pro Stunde.“ Außerdem sinke die Schneefallgrenze in den Bergen auf 1300 Meter. „Die Wassermengen verteilen sich so gut, dass wir zumindest diese Woche kein Hochwasser fürchten müssen“, sagt Stahl.

Für die nächste Woche ist sie allerdings nicht ganz so optimistisch. Denn auch am Pfingstwochenende und zu Wochenanfang sind starke Regenfälle und vereinzelt Gewitter angekündigt. Die Meteorologen rechnen unter Umständen mit einer sogenannte 5B-Wetterlage, für die Hochwasser nicht untypisch ist. „Es ist sehr unsicher, wie sich die Situation in der kommenden Woche entwickeln wird“, sagt Nathalie Stahl. Zumindest ein Hochwasser-Risiko könne sie nicht ausschließen. „Momentan ist für uns aber keine konkrete Hochwasser-Gefahr zu erkennen“, betont sie.

Das liegt auch daran, weil in Bayern seit dem verherrenden Pfingsthochwasser 1999 einiges passiert ist. „Es ist sehr intensiv in den technischen Hochwasserschutz investiert worden“, sagt Stahl. Symbolgemeinde dafür ist der 1600-Einwohner-Ort Eschenlohe im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Dort stand das Wasser damals 1,50 Meter hoch, weil die Dämme den Fluten nicht standgehalten hatten. Sechs Millionen Euro sind seit damals in den Hochwasserschutz investiert worden, den größten Teil davon übernahm der Freistaat. Auch in vielen anderen bayerischen Gemeinden sind die Vorkehrungen verbessert worden.

Tonnenweise Geröll: Bei Grafenauschau hat der Regen vor einigen Tagen eine gewaltige Mure gelockert. Sie könnte weiter abrutschen.

Die Mitarbeiter des Forstbetriebs Oberammergau beschäftigt bereits seit zehn Tagen ein ganz anderes Problem. In Grafenaschau (Kreis Garmisch-Partenkirchen) hat sich durch die längere Regenphase im Bereich zwischen Stierkopf und Rehbreinkopf eine fünf bis acht Hektar große Mure gelöst, sie ist noch nicht zum Stillstand gekommen – und ein massives Sicherheitsproblem. „Es besteht Lebensgefahr“, sagt Richard Baur, der stellvertretende Leiter des Forstbetriebs. Die Masse aus Erdreich, Gestein und jungen Bäumen versperrt eine Forststraße, die auch als Route in allen Mountainbikekarten vorkommt. Zwar werden Wanderer und Radler mit Warnschildern auf die Gefahr hingewiesen – die werden bisher jedoch wenig beachtet. „Durch den Dauerregen könnte die Mure noch weiter abrutschen“, sagt Revierleiter Klaus Steinberger. Verhindern lässt sich das nicht. „Wir können nur die Lage im Blick behalten – und weiterhin warnen.“

kwo

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