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Der Angeklagte am ersten Prozesstag.

Tiefgaragenmord: "Er weiß, dass ich es weiß"

Erlangen/Nürnberg - Zum ersten Mal hat eine Zeugin im Prozess um den "Erlanger Tiefgaragenmord" bestätigt, dass die getötete Frau vom sexuellen Missbrauch des Angeklagten an seiner Tochter wusste.

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Dieses Wissen war nach Ansicht der Staatsanwaltschaft das Motiv des 44-Jährigen, der die 27-Jährige im März 1999 mit mehreren Messerstichen umgebracht haben soll. Eine Verwandte berichtete am Montag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth, sie sei zwei Tage vor dem Tod der Arzthelferin mit ihr beim Shoppen gewesen. "Dann hat sie mich gefragt, was ich tun würde, wenn ich wüsste, dass einer sein Kind missbraucht."

Die junge Witwe habe sich zudem verfolgt gefühlt und ihrer Verwandten sinngemäß gesagt: "Er weiß, dass ich es weiß, und jetzt will er sich mit mir treffen." Die Verteidigung hält es für problematisch, dass der Zeugin diese Sätze erst Jahre nach der Tat eingefallen sind. Die 38-Jährige beteuerte jedoch, sie habe wegen des Mordes derart unter Schock gestanden, dass die Erinnerung trotz jahrelangen Grübelns erst mit den Zeitungsberichten zum Prozessbeginn zurückgekehrt sei. In den Artikeln war zu lesen gewesen, dass der mutmaßliche Mörder den sexuellen Missbrauch seiner damals 13 Jahre alten Tochter gestanden hatte.

Der Maurer und frühere Sonderschüler hat nach Ansicht eines Gutachters einen Intelligenzquotienten von gerade einmal 70 - hart an der Grenze zum Schwachsinn. "Das hat sich aber nicht so dramatisch ausgewirkt", betonte der Psychiater am Montag. Der Angeklagte sei durchaus in der Lage, zwischen Recht und Unrecht zu unterscheiden, und habe auch keine Persönlichkeitsstörung.

dpa

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