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Der Angeklagte am ersten Prozesstag.

Tiefgaragenmord: Zeugin im Gericht festgenommen

Erlangen - Vor den Augen ihres angeklagten Ex-Freundes ist eine Entlastungszeugin im Prozess um den Erlanger Tiefgaragenmord am Montag im Gerichtssaal festgenommen worden.

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Zeugen erschüttern Angeklagten-Alibi

Ortstermin in der Tiefgarage

Es bestehe der Verdacht auf eine Falschaussage, begründete Oberstaatsanwalt Wolfgang Gründler am Montag vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth den ungewöhnlichen Schritt. Während die 34-Jährige bei einer ersten Vernehmung am Tattag vor zehn Jahren nicht gewusst hatte, wo sich ihr Partner am Morgen aufgehalten hatte, gab sie dem Mann zwei Wochen später exakt für den infrage kommenden Zeitpunkt ein Alibi. Dieses bestätigte sie am Montag vor Gericht nochmals.

Prozess zum Mord in der Tiefgarage

Prozess zum Mord in der Tiefgarage

Trotz geduldiger Nachfragen des Gerichts beharrte die Zeugin darauf, dass der Angeklagte am 5. März 1999 um sieben Uhr morgens in der gemeinsamen Wohnung auf der Toilette gesessen habe. An irgendwelche anderen Details konnte sich die Frau jedoch nicht erinnern - auch nicht an die Gründe für das Scheitern der eineinhalb Jahre währenden Beziehung. Unmittelbar vor dem Gerichtssaal klickten deshalb die Handschellen. Der Verteidiger des Angeklagten bezeichnete es als "absoluten Skandal", dass Zeugen festgenommen würden, deren Aussage nicht in das Bild der Anklage passe. Da es keine direkten Zeugen für den Mord an einer jungen Arzthelferin gibt, muss sich die Staatsanwaltschaft auf Indizien stützen.

Der 44-Jährige soll die 27-Jährige im März 1999 in einer Erlanger Tiefgarage erstochen haben. Der Mann wollte nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft verhindern, dass sich seine von ihm sexuell missbrauchte Tochter der Frau anvertrauen könnte. Den Missbrauch hat der Mann bereits gestanden. Die ermordete Frau - eine junge Witwe - hinterließ eine kleine Tochter.

dpa

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