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Delfine springen im Tiergarten in Nürnberg.

Tiergarten Nürnberg

Tierschützer protestieren gegen Delfinlagune

Nürnberg - Etwa vier Dutzend Tierschützer haben in Nürnberg gegen die Delfinlagune des Tiergartens protestiert. Sie legten am Samstag vor den Zoo schwarze Grabsteine aus Pappe und stellten Grablichter auf.

 Auf die Grabsteine hatten die Tierschützer den Todestag und die Todesursachen von den bislang in Nürnberg gestorbenen Delfinen geschrieben. An der Aktion „Empty the Tanks“ (leert die Becken) wollten sich weltweit tausende Menschen an vielen Standorten mit Delfin-Haltung beteiligen. In Nürnberg lag die Beteiligung weit unter den Erwartungen der Organisatoren. Diese hatten mit 270 Teilnehmern gerechnet.

Nach Angaben des Deutschen Tierschutzbundes leben weltweit etwa 1500 Delfine - überwiegend in Europa, den USA und Japan - in Delfinarien. In den 1990er-Jahren seien in Europa zahlreiche Anlagen geschlossen worden. In Deutschland gibt es noch zwei von einst neun Delfinarien: im Zoo Duisburg und im Tiergarten Nürnberg.

Nach Ansicht der Tierschützer ist eine artgerechte Haltung der Meerestiere in Gefangenschaft nicht möglich. Sie führen als Begründung unter anderem das große Bewegungsbedürfnis der Tiere und die fehlenden Rückzugsmöglichkeiten an. Auch der Lärm im Zoo führe bei den Delfinen zu Stress. Durch die künstlich zusammengestellten Gruppen litten oft schwächere oder rangniedrige Tiere.

Dag Encke, Direktor des Tiergartens Nürnberg, argumentiert dagegen, dass die Haltung von Delfinen in Menschenhand unerlässlich für die Forschung und daher auch für den Artenschutz sei. Zudem müsse man Begeisterung bei den Menschen auslösen, damit sie sich auch für Tiere in freier Wildbahn einsetzen. Und das könne man nur, wenn man die Delfine in der Nähe habe.

dpa

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