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Prozess in Augsburg

Falscher Tiger-Alarm: Arrest für Jugendliche

Augsburg - Ein dämlicher Streich mit Folgen: Drei Schüler müssen in den Jugendarrest, weil sie die Polizei hinters Licht geführt haben. Sie behaupteten, in einem Wald einen Tiger zu sehen. Der Schwindel flog aber schnell auf.

Ein Schülerstreich endet für zwei Jugendliche und einen Heranwachsenden im Arrest. Gemeinsam mit einem 16-Jährigen riefen sie im vergangenen September bei der Polizei an und behaupteten, im Augsburger Siebentischwald laufe ein Tiger herum. Sie gestanden die Tat am Donnerstag vor dem Augsburger Amtsgericht und zeigten Reue, wie Gerichtssprecher Roland Fink sagte. Der älteste Schüler, ein 19-Jähriger, muss für den Streich zwei Wochen in eine Jugendarrestanstalt, ein 17-Jähriger eine Woche und ein 16-Jähriger ein Wochenende. Der vierte im Bunde bekam eine Verwarnung und muss 40 Stunden an einem pädagogischen Projekt teilnehmen.

"Tiger-Enten-Fall"

„Das Gericht hat die Taten sehr ernst genommen“, sagte Fink. Die Beamten suchten im September mit einem Großaufgebot nach einem Raubtier. Der Streich flog auf, als die Polizisten die Nummern der Schüler aus Gersthofen bei Augsburg zurückriefen. Einer der Jugendlichen hob ab und gab zu, er und seine Freunde hätten sich einen Spaß erlaubt. Als „Tiger-Enten-Fall“ ging die Geschichte in die Polizeiakten ein. Denn der angebliche Tiger war eine „Ente“ - eine Falschmeldung.

Einer der Jugendlichen behauptete, er sitze auf einem Baum und sehe den Tiger auf einer Wiese. Ein anderer sagte der Staatsanwaltschaft zufolge, er sei mit seinen Kindern unterwegs und beobachte das Raubtier. Die Jungen hätten „groben Unfug“ getrieben, sagte der Gerichtssprecher. „So etwas macht man, wenn man jung ist - und dann muss man eben dafür geradestehen.“

Um die Schüler zu schützen, wurde die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen. Nur die Verlesung der Anklageschrift war öffentlich - sie dauerte keine fünf Minuten.

Teurer Einsatz für die Polizei

Die Polizei hatte das Waldgebiet weiträumig abgesperrt und von einem Hubschrauber aus mit einer Wärmebildkamera abgesucht. Im Radio liefen Warndurchsagen. „Nach mehreren Stunden hat sich herausgestellt, dass das Ganze eine "Ente" war und kein Tiger“, erzählte Polizeihauptkommissar Hieronymus Schneider vor dem Verfahren. Der Einsatz war teuer für die Polizei. In der Verhandlung wurde geschätzt, dass er zwischen 5000 und 7000 Euro gekostet habe.

Die Polizisten holten auch eine Tierärztin zu Hilfe. Sie wendeten sich auch an den nahe gelegenen Augsburger Zoo und fragten bei einem Tigerdompteur nach, der mit seinen Raubkatzen in der Nähe gastierte. Doch nirgends vermisste jemand ein Raubtier.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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