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In der Seniorenresidenz Schloss Gleusdorf ereigneten sich mehrere ungeklärte Todesfälle.

Sie war seit November in Haft 

Nach Todesfällen im Horrorheim: Chefin auf freiem Fuß

Die Leiterin des Altenheims „Gleusdorf“, in dem es zu mysteriösen Todesfällen kam, kommt dank neuer Befunde aus der Haft frei. Der Haftbefehl gegen sie bleibt aber bestehen.

Bamberg - Die verhaftete Geschäftsführerin des unterfränkischen Altenheims „Schloss Gleusdorf“ ist wieder auf freiem Fuß. Der Haftbefehl gegen sie sei gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt worden, sagte ein Sprecher des Oberlandesgerichtes (OLG) Bamberg am Montag. Als Grund nannte das Gericht ein neues Gutachten der Würzburger Rechtsmedizin. Die Experten hatten den exhumierten Körper eines Mannes untersucht, der gestürzt und wenige Tage später gestorben war. Dem neuen Gutachten zufolge ist es unwahrscheinlich, dass die Geschäftsführerin schuld am Tod des Bewohners ist.

Das Oberlandesgericht änderte den Haftbefehl bereits am Freitag. Die Geschäftsführerin darf die Räume der Seniorenresidenz nicht betreten und keinen Kontakt zu Zeugen oder dem Mitbeschuldigten aufnehmen. Das OLG geht allerdings davon aus, dass die Frau weiterhin in mehreren Fällen der gefährlichen Körperverletzung und der vorsätzlichen Körperverletzung sowie der Misshandlung von Schutzbefohlenen dringend tatverdächtig ist. Der Haftbefehl an sich werde deshalb aufrecht erhalten.

Der Pflegedienstleiter ist schon länger frei

Die Geschäftsführerin des Heims in Untermerzbach (Landkreis Haßberge) war gemeinsam mit dem Pflegedienstleiter Mitte November unter dem Verdacht des Totschlags an Heimbewohnern verhaftet worden. Er war im Januar freigekommen, weil auch gegen ihn das Gericht aufgrund der Ermittlungen keinen dringenden Verdacht des Totschlags durch Unterlassen mehr gesehen hatte.

Zum derzeitigen Stand des Verfahrens wollte die Staatsanwaltschaft am Montag keine weiteren Angaben machen. Als Grund nannte sie den Schutz der Persönlichkeitsrechte, den Datenschutz sowie die Unschuldsvermutung der Verdächtigen. „Die weiteren Ermittlungen werden wir mit der entsprechenden Sorgfalt und mit Nachdruck weiterführen. Sie werden noch einige Monate in Anspruch nehmen“, sagte der Sprecher.

Das bayerische Gesundheitsministerium brachte den Fall ins Rollen

In dem Seniorenheim sollen mehrere Menschen unter ungeklärten Umständen gestorben sein. Nachdem die Staatsanwaltschaft Bamberg seit Mai Ermittlungen wegen des Verdachts der Misshandlung von Bewohnern geführt hatte, ordnete das bayerische Gesundheitsministerium Mitte Oktober eine Prüfung des Heims an. Diese bestätigte die Vorwürfe jedoch nicht. Dennoch wurden Ende November die Geschäftsführerin und der Pflegedienstleiter wegen Totschlagsverdachts festgenommen.

dpa

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