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Ein psychisch kranker Mann war mit seinem Sportwagen durch Regensburg gerast, hatte sich nicht einmal durch Polizeisperren aufhalten lassen.

Irrsinnsfahrt durch Regensburg

Todesfahrer droht Einweisung in Psychiatrie

Regensburg - Ein psychisch kranker Mann rast durch Regensburg. Mehrfach müssen Menschen vor dem Sportwagen in Rettung springen. Die irrsinnige Fahrt endet vor dem Schaufenster eines Waschsalons. Davor spielt ein fünfjähriges Mädchen. Sie stirbt unter dem Wagen. Jetzt muss sich der Fahrer vor Gericht verantworten.

Die Todesfahrt durch Regensburg hatte im vergangenen Sommer landesweit für Entsetzen gesorgt. Bei der etwa einstündigen Wahnsinnsfahrt im August hatte der 46-Jährige eine Spur der Verwüstung hinterlassen und eine Fünfjährige getötet sowie deren Schwester schwer verletzt. Die Kinder hatten vor einem Waschsalon gespielt, als der psychisch kranke Mann mit seinem Sportwagen herangerast kam und die Kinder überfuhr. Von heute an muss sich der Maurer unter anderem wegen Totschlags, versuchten Totschlags in drei Fällen sowie gefährlicher Körperverletzung vor dem Landgericht Regensburg verantworten.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 46-Jährige zum Tatzeitpunkt schuldunfähig war. „In dem selbstständigen Sicherungsverfahren geht es um die Frage, ob der Beschuldigte in einer Psychiatrie untergebracht werden soll“, sagte Gerichtssprecher Johann Piendl. „Es läuft darauf hinaus, dass mein Mandant eingewiesen wird“, ergänzte Verteidiger des Beschuldigten Michael Haizmann aus Regensburg.

Der Todesfahrer hatte psychische Probleme und sich zweieinhalb Monate vor der entsetzlichen Tat freiwillig im Bezirkskrankenhaus behandeln lassen. Am Abend vor der Amokfahrt hatte er die psychiatrische Klinik in Absprache mit seinem Arzt verlassen, war aber nicht zurückgekehrt.

Ein kleines Mädchen stellte am 2. August 2013 eine Kerze an die Unfallstelle, an der am Tag zuvor ein fünfjähriges Mädchen gestorben ist.

Begonnen hatte die tödliche Raserei am 1. August. Zunächst hatten laut Staatsanwaltschaft Zeugen beobachtetet, wie der Mann in kompletter Bekleidung in einem Brunnen im Stadtpark badete. Dann setzte er sich in sein Cabriolet und raste davon. Mit Tempo 130 überfuhr er rote Ampeln, raste in falscher Richtung durch Einbahnstraßen, über Rad- und Gehwege und durchquerte eine Baustelle. Eine Radfahrerin konnte dem Amokfahrer nur mit einem beherzten Sprung ausweichen.

In einer Grünanlage stellte sich dem Fahrer ein Landschaftgärtner in den Weg und versuchte gar durch das geöffnete Verdeck den Zündschlüssel abzuziehen. Der Fahrer gab Gas und schleifte den Mann einige Meter mit sich. Nur mit viel Glück konnte sich der Gärtner abstoßen und kam mit leichteren Verletzungen davon. In der Folge konnten den Raser auch Straßensperren der Polizei nicht aufhalten.

In einer scharfen Linkskurve verlor der 46-Jährige dann die Kontrolle über sein Fahrzeug und landete im Schaufenster eines Waschsalons. Auf den Eingangsstufen hatten die beiden Schwestern gespielt. Die Fünfjährige starb wenig später im Krankenhaus, die drei Jahre alte Schwester überlebte schwer verletzt. Auch der Todesfahrer wurde verletzt.

Nach der Festnahme wurde er in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen. In den polizeilichen Vernehmungen hatte er sich nicht geäußert. Nach Angaben seines Rechtsanwaltes wurde jedoch ein psychiatrisches Gutachten erstellt.

André Jahnke

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