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Die Polizisten am Tatort. Tennessee Eisenberg kam im April 2009 durch Schüsse der Polizei ums Leben.

Todesschüsse auf Eisenberg: Landtag will Aufklärung

München - Der Landtag fordert parteiübergreifend Aufklärung über die tödlichen Polizeischüsse auf den Regensburger Musikstudenten Tennessee Eisenberg.

CSU und FDP schlossen sich am Mittwoch im Innenausschuss der Forderung der Opposition nach einem neuen Bericht des Innenministeriums an. “Auch die CSU-Fraktion möchte, dass dieser tragische Fall aufgeklärt wird“, sagte der CSU-Abgeordnete Josef Zellmeier.

Anlass ist ein neues Gutachten, das die Familie des erschossenen Studenten in Auftrag gab. Demnach feuerte ein Regensburger Polizist die tödlichen Schüsse auf Eisenberg ab, obwohl das Opfer bereits durch mehrere Kugeln schwerst verletzt war. Diese Version weicht vom offiziellen Gutachten der Staatsanwaltschaft ab. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte von Notwehr gesprochen. “Das sind krasse Widersprüche“, sagte die Grünen-Abgeordnete Susanna Tausendfreund in München. “Es gibt Zweifel an der Theorie, dass hier eine Notwehrsituation vorlag.“

Die SPD verlangte einen schnellen Abschluss der Ermittlungen. “Der Druck ist enorm und es ist grausam für die Angehörigen, wenn sie das richtige Ende nicht kennen“, sagte die SPD-Abgeordnete Margit Wild. Außerdem solle der Freistaat die Kosten des Gutachtens übernehmen. Das Innenministerium betonte, die Staatsanwaltschaft habe ihren Sachverständigen bereits um eine neue Stellungnahme gebeten. Außerdem sei auch die Familie um eine schriftliche Stellungnahme gebeten worden, die jedoch nach Ministeriumsangaben noch nicht vorliegt.

Die FDP warnte vor voreiligen Schlüssen - auch an die Adresse von Herrmann gerichtet: “Ob hier Notwehr oder Nothilfe vorlag, kann man nicht am grünen Tisch entscheiden“, sagte der FDP-Innenexperte Andreas Fischer. Die Freien Wähler verlangten, dass Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehen müsse. “Es hilft der Strafverfolgung mit Sicherheit nichts, wenn schlampig ermittelt wird“, sagte der FW- Abgeordnete Bernhard Pohl. Eisenberg hatte Ende April seinen Mitbewohner mit einem Messer bedroht. Der Zimmernachbar konnte flüchten und die Polizei alarmieren. Als die Beamten kamen und auf den immer noch mit dem Messer bewaffneten Studenten trafen, eskalierte die Situation. Eisenberg starb kurz nach den Schüssen in einer Regensburger Klinik.

dpa

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