Tödliche Armbrust-Attacke: Prozess beginnt

Weiden - Ein Schuss mit der Armbrust streckte den Rentner nieder. Dann wird der 66-Jährige mit 18 Messerstichen getötet. Am Freitag beginnt in Weiden der Prozess gegen einen Soldaten und seine Freundin. Sie sollen den Rentner getötet und ausgeraubt haben.

Neun Monate nach einem brutalen Überfall auf einen Rentner muss sich ein Soldat wegen Mordes von Freitag an vor dem Landgericht Weiden verantworten. Der 22-Jährige soll den 66-Jährigen zunächst mit einer Armbrust in den Rücken geschossen und dann mit 18 Messerstichen getötet haben. Mitangeklagt ist die 23 Jahre alte Freundin des Soldaten. Sie sitzt wegen versuchten Raubes mit Todesfolge sowie Betrugs mit Urkundenfälschung auf der Anklagebank.

Laut Anklage hatte das Pärchen sein Opfer zufällig ausgewählt, um es auszurauben. Nach der Tat am 25. Januar war das Duo zunächst mit einem Wagen nach Berlin geflüchtet und hatte sich anschließend ins Ausland abgesetzt. Auf dem Flughafen der Kanareninsel Fuerteventura wurden die beiden festgenommen. Bei den Vernehmungen soll der Soldat die Tötung des Rentners eingeräumt haben.

Zum Prozessauftakt werde es keine Einlassung des Angeklagten geben, sagte der Verteidiger des 22-Jährigen. „Zu den Vorwürfen wird sich mein Mandant vorerst nicht äußern“, sagte Rechtsanwalt Tobias Konze aus Weiden.

Kurz vor dem tödlichen Überfall auf den Rentner hatte der 22-Jährige den Ermittlungen zufolge mit der Armbrust auf einen Hund geschossen und das Tier verletzt. Die ungewöhnliche Waffe war in der Nähe des Tatorts am Rande eines Radweges in Weiden gefunden worden.

Die 23 Jahre alte Freundin des Soldaten soll den Tatort abgesichert haben. Eine Tötungsabsicht konnte die Staatsanwaltschaft der Frau aber nicht nachweisen. Am Tattag hatte sie jedoch mit einem gefälschten Überweisungsauftrag bei einer Bank 3000 Euro auf ihr Kono transferiert. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Pärchen vor der Attacke den Plan geschmiedet hatte, sich aus Deutschland abzusetzen.

Das Landgericht in der oberpfälzischen Stadt hat fünf Verhandlungstage angesetzt. 4 Sachverständige und 36 Zeugen sind geladen, darunter auch ein Spaziergänger, der den sterbenden Mann am Rande eines Radwegs gefunden hatte. Das Urteil soll im Dezember verkündet werden.

dpa

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