In Traunstein

Tödliche Flucht übers Mittelmeer - Schleuser vor Gericht

Sie sollen für den Tod von mindestens 13 Flüchtlingen mitverantwortlich sein: Zwei Mitglieder einer syrischen Schleuserbande und ein Helfer müssen sich ab Dienstag vor dem Traunsteiner Schwurgericht verantworten.

Traunstein-  Die Anklage wirft den Männern im Alter zwischen 24 und 34 Jahren gewerbs- und bandenmäßiges Einschleusen von Ausländern mit Todesfolge vor. Bei einer der Fahrten über das Mittelmeer war im September 2015 das Schlauchboot mit einem Frachtschiff zusammengestoßen und gekentert.

Die beiden syrischen Hauptangeklagten sind nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Teil einer international agierenden Schleuserbande. Sie sollen überwiegend Landsleute vom türkischen Izmir nach Griechenland gebracht haben. Sie verlangten dafür an die 10 000 Euro pro Flüchtling. Die Anklage listet zwischen Juli und November 2015 sechs Fälle von Schleusungen mit mindestens 250 Menschen unter anderem auf die griechische Insel Lesbos auf.

Für den Prozess hat der Vorsitzende Richter Erich Fuchs zunächst sieben Verhandlungstage festgelegt. Es sind Dutzende Zeugen geladen, darunter Überlebende der Schleuserfahrten. Auch Sachverständige werden gehört. Die Höchststrafe bei einer tödlich verlaufenden Schleusung beträgt 15 Jahre. Das Verfahren findet vor dem Traunsteiner Schwurgericht statt, weil mindestens einer der Angeklagten zum Zeitpunkt seiner Festnahme in dem Gerichtsbezirk wohnte. Das Urteil soll am 11. August verkündet werden.

Erst im Mai begann in Ungarn ein Prozess, bei dem sich elf Angeklagte wegen des Todes von 71 Flüchtlingen, die in einem Lastwagen in Österreich gefunden wurden, vor Gericht verantworten müssen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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