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Auch an einer Bushaltestelle am Rotkreuzplatz gab es im Dezember einen tödlichen Unfall.

Viele fahren zu schnell

Tödliche Gefahr an Bayerns Bushaltestellen: Ernüchternde Bilanz der Polizei

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Nach einem tödlichen Unfall in Rosenheim mit zwei kleinen Mädchen kontrollierte die Polizei Oberbayern verstärkt an Bushaltestellen. Das Ergebnis fällt schlimm aus.

Rosenheim – Es war ein Unfall, der eine kleine Gemeinde traf bis ins Mark: Zwei Mädchen werden nahe einer Bushaltestelle von einem Auto überfahren, als sie auf dem Heimweg von der Schule die Straße überqueren. Mona und Eva, elf Jahre alt, sterben wenig später im Krankenhaus. Zurück bleiben die erschütterten Menschen in der 2500-Einwohner-Gemeinde Reischach im Kreis Altötting.

Die Tragödie Ende Februar lässt die Polizei aufhorchen. Nachdem im Januar bereits ein zwölfjähriger Schüler auf dem Heimweg in Tacherting (Kreis Traunstein) von einem Kleinlaster erfasst und getötet wurde, entschließt sich das Präsidium in Rosenheim, zuständig für das südliche Oberbayern, zwei Monate lang verstärkt die Bushaltestellen der Region zu kontrollieren.

Ein Viertel hält sich nicht an die Regeln

Die Bilanz fällt ernüchternd aus: Gut ein Viertel der 3500 kontrollierten Verkehrsteilnehmer hält sich nicht an die Regeln. 535 Mal notieren die Beamten Fahrer, die zu schnell an einem Schul- oder Linienbus vorbeifahren. 18 von ihnen bekamen eine Anzeige, weil das fällige Bußgeld 60 Euro überstieg. Den Rekord stellt ein Autofahrer auf, der die Gefahrenstelle innerorts mit 76 km/h passierte. Zum Glück hielt da kein Schulbus – so blieb es bei 100 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg.

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Es geht noch deutlich teurer: Bis zu drei Monate Fahrverbot und Geldbußen von mehreren hundert Euro kann es kosten, wenn Autofahrer sich im Gefahrenbereich Bushaltestelle nicht an die Regeln halten. Vor allem, was die Geschwindigkeit angeht. An einem Bus, der an der Haltestelle den Warnblinker eingeschaltet hat, dürfen Autos nur in Schrittgeschwindigkeit, maximal 7–10 km/h, vorbeifahren, mahnt die Polizei. Egal, ob sie überholen oder dem Bus entgegenkommen. Nähert sich der Bus mit Warnblinker einer Haltestelle, darf er gar nicht überholt werden. „Sehr wenige wissen das“, konstatiert Jürgen Thalmeier vom Rosenheimer Präsidium. Die Wissenslücke bei vielen Autofahrern bemerkte die Polizei bei 1818 „verkehrserzieherischen Gesprächen“ vor Ort.

Auch ohne Warnblinker gilt erhöhte Vorsicht

Manche hätten sich auch nach geduldiger Belehrung uneinsichtig gezeigt, ärgert sich Thalmeier. Auch ohne Warnblinker gilt übrigens erhöhte Vorsicht – und Busse haben bei der Abfahrt von der Haltestelle Vorrang vor dem fließenden Verkehr. Insgesamt 47 Schulwegunfälle mit 49 verletzten Kindern gab es allein dieses Jahr bis Ende Mai im Einzugsbereich der Polizeipräsidien Rosenheim und Ingolstadt (Oberbayern Nord) – nicht nur an Bushaltestellen.

Zu den häufigsten Unfallursachen zählt nach Auskunft der Präsidien neben zu schnellem Fahren Unachtsamkeit – auch bei den Schulkindern. „Man darf den Autofahrern nicht allein den Schwarzen Peter zuschieben“, sagt Polizei-Sprecher Thalmeier. Schüler bewegten sich im Straßenverkehr oft unvorsichtig, „vor allem, wenn es knapp wird, weil der Bus gleich fährt“.

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Ein Grund mehr für Autofahrer, an der Bushaltestelle aufzupassen. Ob die 30-jährige Autofahrerin, die Mona und Eva in Reischach überfuhr, schuld an dem Unglück ist, muss erst noch ein Gericht klären. Leben muss die Frau mit den Folgen des Unfalls – so oder so.

Josef Ametsbichler

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