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Vor sechs Jahren starb Tizian R. am S-Bahnhof Feldkirchen. Der 17-Jährige war auf diesen Kesselwagen geklettert und bekam einen tödlichen Stromschlag.

Gefahr durch Starkstrom

Tödlicher Spielplatz: Auf Güterbahnhöfen haben Kinder nichts verloren

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Kinder auf Kesselwagen: Bundespolizei warnt vor den Sommerferien vor lebensgefährlichen Stromüberschlägen. Vor sechs Jahren starb ein Kind in Feldkirchen.

Feldkirchen - Nächste Woche beginnen die Sommerferien. Während viele Familien in die Ferne reisen, geht mancher Schüler daheim auf Entdeckungstour – mitunter an gefährlichen Plätzen. Die Bundespolizei stellt gerade in der schulfreien Zeiten häufig fest, dass Güterbahnhöfe und Abstellgleise von Kindern als Abenteuerspielplätze aufgesucht werden. Doch dort lauert eine unsichtbare tödliche Gefahr.

„Wir beobachten in jüngster Vergangenheit, dass Kinder auf Waggons und Kesselwagen klettern“, sagt Bundespolizeisprecher Wolfgang Hauner. Der aktuellste Fall ereignete sich am 23. Juni am Güterbahnhof Süd. Ein Fahrdienstleiter entdeckte an diesem Sonntagmittag gegen 12.40 Uhr gleich mehrere spielende Kinder, die sich auf dem Dach eines dort abgestellten Kesselwagens aufhielten. Die Deutsche Bahn musste den Strom abstellen, die Fernverkehrsstrecke zwischen München und Rosenheim war eine Stunde lang komplett gesperrt. Viel wichtiger: Es hätte zum tödlichen Stromschlag kommen können. Die nur rund einen Meter über den Waggons verlaufende Oberleitung führt Starkstrom mit über 15 000 Volt Spannung. Schon geringere Werte können tödlich sein. Auch wenn der Strom, wie in diesem Fall, frühzeitig abgestellt worden ist, kann es trotzdem zu lebensgefährlichen Unfällen kommen. Denn wegen der Induktionsspannung besteht ohne eine vorherige Erdung der Leitung die Gefahr eines sogenannten Stromüberschlages. Man muss die Trasse nicht einmal berühren, um einen Stromüberschlag zu riskieren. Es reicht aus, wenn die Luft feucht genug ist, um die Elektrizität zu transportieren. Experten sprechen hier von sogenannten Lichtbögen.

Der Fahrdienstleiter verlor die Kinder aus den Augen

Noch während sich die Einsatzkräfte auf den Weg machten, verlor der Fahrdienstleiter die Kinder aus den Augen. Weil der Verdacht bestand, die Kinder seien verunglückt, wurden Feuerwehr und Rettungsdienst zum Südbahnhof beordert.

Bei der Absuche des Geländes fehlte von den Kindern jede Spur. Erst danach gab es Entwarnung. Durch die Streckensperrung kam es zu etlichen Zugverspätungen.

Vor sechs Jahren hatte sich in den Osterferien am S-Bahnhof Feldkirchen eine Tragödie ereignet. Nach einer feuchtfröhlichen Feier am Heimstettener See war Tizian R. auf einen Kesselwagen geklettert und gestorben. 15 000 Volt entluden sich in den 17-Jährigen und setzten ihn in Brand. Seine Freunde mussten alles mitansehen. Tizian R. war wohl sofort tot.

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