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Andreas S. kam Constanze zu Hilfe. Doch die junge Frau überlebte den Unfall nicht.

18-Jährige stirbt

Ersthelfer klagt nach tödlichem Unfall an: "Keiner blieb stehen"

Kreis Regensburg - Andreas S. kommt zufällig einem schweren Unfall hinzu. Er verständigt die Rettung, hilft dem Unfallopfer so gut er kann. Doch außer ihm bleibt kein weiteres Auto stehen. Die junge Frau stirbt.

Kurz nachdem er voller Verzweiflung versucht hatte, einer jungen Frau als Ersthelfer beizustehen, ist Andreas S. (20) innerlich total aufgewühlt. Und gleichzeitig fassungslos darüber, was passiert war. „Du bist alleine auf dich gestellt“, sagt Andreas. „Und du siehst einfach: Es bleibt keiner stehen und hilft.“

Andreas war Montagnacht im Kreis Regensburg zu einem schweren Unfall hinzugekommen. Im Wrack eines BMW, der gegen Bäume geprallt war, lag eine schwerstverletzte junge Frau (18). Sie starb später im Krankenhaus. Doch hätte sie überleben können? Es ist diese Frage, die Andreas umtreibt. Constanze H. war gegen 23 Uhr alleine von Wenzenbach in Richtung Bernhardswald unterwegs gewesen. In einer langgezogenen Rechtskurve kam ihr BMW nach links ab. Als die Rettungskräfte am Unfallort eintrafen, war die junge Frau noch am Leben. Andreas war da bereits minutenlang vor Ort. „Ich war auf dem Nachhauseweg. Das sah ich im Wald Lichter rausscheinen. Ich hab dann angehalten und geschaut, was da los ist.“ Was er vorfand, ließ ihn den Atem stocken.

Er sah das total zerstörte Wrack eines BMW. „Wie an einen Baum gepresst.“ Andreas, der auf der anderen Straßenseite gefahren war und deshalb die Unfallstelle schlechter einsehen konnte als die ihm entgegenkommenden Autofahrer, rief sofort die Rettung.

Und lief dann zum Wrack und zur eingeklemmten jungen Frau, die nur so vor Schmerzen schrie. „Ich habe einfach nur versucht, ihr gut zuzureden, bis die Rettungskräfte kamen.“ Mehr konnte er nicht tun, weil das Auto auf dem Dach lag. Während der ganzen Zeit seien noch weitere Autos an der Unfallstelle vorbeigefahren. „Es ist schockierend, andere fahren vorbei, keiner hält an und hilft.“ Andreas blieb so minutenlang allein, dann endlich stoppte ein weiterer Autofahrer. Die Polizei Regenstauf ermittelt inzwischen wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung und sucht weitere Zeugen (Telefonnummer: 0 94 02/9 31 10). Doch Andreas S. hat das schreckliche Erlebnis den Glauben an das Gute im Menschen fast genommen. „Man merkt, dass sich keiner um irgendetwas kümmert."

tz

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